Peters Platz

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Gestern also im Amerling.
Da war ich vorher schon sehr lange nicht mehr und siehe da, es ist auch ohne den halbanonymen Familierocktclan ein immer noch gut besuchter Ort.

Die Glaswand gab es früher nicht und auch nicht die abgehängten Pseudosiebzigerlampen, übers Essen kann ich nichts sagen, ich „sündigte“ nur mit 3 weißen Spritzern und zu vielen Zigaretten,

trank aber brav Wasser dazu.

Wen kennt man, wen erkennt man nicht, ein lustiges Spiel eigentlich, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob nicht der Reiz des Bloggens das Unerkanntsein ist,

für mich.

Es könnte mich hemmen in meiner allzu persönlichen Innenberichtersattung und eben das mag ich daran, dass Ungehemmte.
Meine Hemmungen gehen mir auf die Nerven, so sehr, dass ich oft ziemlich unverschämt sprudelnd direkt bin.

Nunja ich schlief schlecht in dieser Nacht und
mir war übel, also blieb ich zuhause.
Ein guter Entschluss, ein nötiger, über meine Arbeit mag ich ja nicht mehr jammern, aber zur Zeit zieht diese alle mühsamen Register und fordert mich heraus.

Die Herausforderung hierbei ist zu schweigen, schweigen ist Gold, manchmal, Schweigen kann aber auch eine giftgrüne Gaswand sein, nicht festzumachen, nicht zu begründen, lautlos, das Inhalieren aber, das ist nicht zu verhindern. Es ist nicht tödlich, aber toxisch und die Atmosphäre ist definitiv
vergiftet.

Alles an mir brauchte einen Break, Pause ist zu schwach, Break ist wie ein Wort für Schnitt

mit Erholungsfaktor.

Bis 14 Uhr dämmerte ich vor mich hin, Magenschmerzen sind ja allen vertraut, das Kind weckte mich telefonisch, sie gehe in den Park und komme dann mit Kaninchenheu im Gepäck.
Gut.
Plauderte mit ihr.

„Heute versprühst du wieder Liebe, weil du nicht so angespannt bist“
sagt sie als Antwort auf mein drittes Wangenbussi zusammengekuschelt auf der Couch.

Bin hin und hergerissen zwischen Amusement und Traurigkeit, schlechtem Gewissen, vieles sollte mir ganz gleichgültig sein, sollte nicht einfließen auf das, was ich versprühe oder eben nicht.

EINE MUTTER MUSS BESTÄNDIG SEIN!

Haha heißt Beständig nicht auch ein Geschäft für Krankheitsbedarf, Inkontinenzeinlagen, Orthopädische Schuhe und dergleichen?

Eine Mutter ist keine Heldin, die Ihre Schrammen und Wunden des Frauenlebens präsentiert und dafür geehrt wird, nur auf dem Schlachtfeld der Löwenmutterschaft in völliger Aufopferung darf sie ein paar Blessuren tragen,
unsichtbare
aber bitte.

Ausgelatsche Schwangerschaftsbäuche und Entstillte Brüste, die sollen bitte wie auch immer stillschweigend verschwinden, na bitte, das will ja wohl keiner sehen, DAS BITTE NICHT.

Eines der Dinge die ich an Familie Rockt mag, es gibt soviele verschiedene Mütter wie es Frauen gibt,
keine Plastikbarbiemamis oder Mutterobertheresas,
den Part hat ja schon Frau Rosenkranz.

Diesen schönen Namen hat sie sich auch nicht verdient.

Franz heißt der Papst erzählte mir die Zeit im Bild und der Petersplatz voller Menschen.
Immer wieder erstaunlich, wie sehr wir alle Teil und Zeuge von etwas sein wollen, ob Petersplatz, Fußballstadion oder Konzert.

Je mehr Menschen, umso mehr Bedeutung.

Eine Sehnsucht die für vieles verantwortlich ist, im Guten wie im Schlechten.

Ein Teil zu sein, verbunden, vertraut, im Gleichklang, verwandt, in Liebe, Freundschaft, Sympathie oder manchmal reicht ein gemeinsamer Feind oder die Hingabe zu einer Boygroup.

Bedeutungsvolles, ganz Triviales.

Auch Einzelstücke brauchen Ihresgleichen
sonst
fühlen sie sich
ganz
allein.

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