Wintergewand anziehen

Es ist jeden Morgen dasselbe. Und es passiert noch geschätzte 3-4 Mal weiter am Tag, mal 2! Wenn du nicht mit kleinen Kindern in einem Haushalt lebst oder wenn bei dir immer Frühling ist, dann kennst du  das wahrscheinlich nicht, sei froh!

Es beginnt wenn die Mutter zu den kleinen Schwestern sagt: Kommt’s Skihose anziehen! Das mittlere Kind kommt und schlüpft brav in ihre shocking pinke Hose. Das jüngste Kind kommt nicht, sondern stellt Schleichpferde in Reih und Glied. Dann sagt die Mutter: Stieferl anziehen. Das große Kind streckt einen Fuß vor und lässt ihn sich von der Mutter in den Stiefel stecken, sie hält den Fuß brav her, aber mehr auch nicht. Du drückst den Fuß in den Stiefel, klettest zu, schwitzt, stehst wieder auf.  Dann sagst du zum jüngsten Kind: Komm jetzt sofort her. Skihose anziehen!!! Das jüngste Kind erhört die Mutter (meistens), kommt und wird zu einem Mehlsack. Sie lässt sich in die Skihose hinein heben, dann bückt sich die Mutter, nimmt den einen Fuß der kleinen Schwester, steckt ihn in den Winterstiefel. Der Fuß der kleinen Schwester ist vollkommen schlapp, macht keinen move, leistet keinen Wiederstand. Ich steck den Fuß in den Stiefel, rück ihn gerade, press ihn hinein, irgendwann werd ich ihr dabei den Haxen brechen.

Während ich das jüngste Kind, das seelenruhig dasteht (Ok Manchmal brüllt sie auch, aber der Fuß bleibt trotzdem lasch) in die Stiefel press, zieht sich das mittlere Kind selber ihren Anorak an. Brav. Die Mutter setzt die Haube auf, und drück dann das mittlere Kind in die Fäustlinge. Hand austrecken, und Mausi feest drücken. Das Kind drückt ein bissi, die Handschuhe sind drüber. Das Kind schreit: Ich schwiiiiitttzzzzz. Ich stell sie auf den kalten Gang hinaus.

Im Vorzimmer wartet die jüngste Schwester. Ich zieh ihr den Anorak an, nehme die Fäustling, sag: Handausstrecken! Sie streckt die Hand aus. Sanft wie sie ist tut sie das auf die softeste Art und Weisen ever. Ich stülp den Fäustling über die Hand, sag: feeeehhhääässssttt! Das Kind macht: nix. Dafür drück ich fest. Ich drück das Kind mit samt dem Handschuh gegen das Schuhkastel. Noch einmal das Ganze, stülp ihr die Haube über, schick sie auf den Gang und sag: Ihr könnt runter gehen in den Hof. Das machen sie auch gleich. Dort kehrt dann auf wundersame  Weise die Körperspannung wieder, und die beiden hauen sich in den Schnee, kugeln herum, formen Schneebälle mit den Fäustlingshänden und was weiß ich. Ich krieg das nicht so genau mit, weil ich wisch mir oben in der Wohnung den Schweiß von der Stirn, schlüpf mit festen Tritt in meine Stiefel, schmink mich, setz die Haube auf, zieh den Mantel an.

Und geh hinunter in den Hof, wo das mittlere Kind schreit das sie Schnee im Genick hat und ich schrei das sie sich halt nicht in den Schnee hauen soll.

Zum Glück ist der Kindergarten dann nicht weit. Zum Glück ziehen sie sich schnell aus und Bussi Baba.

…Beim Abholen kriegen wir den kleinen K mit. Der zieht sich nicht an, der schreit, der wird von der Mutter irgendwann tobend ins Skigewand gesteckt, der zieht sich alles wieder aus. Die Mutter ist cool, seine Schwester arm, weil die schon längst rodeln gehen will. Meine Kinder beobachten K aufmerksam. Aber nix da, raus bei der Tür und Richtung Park rodeln. 20 Minuten später kommen dann auch der kleine K mit Mutter und Schwester an.

…und wenn sie wollen und wenn sie die Kitty Kleida mit di crocs anziiiiehäännn dürfen, ohne Sockeäään. Dann ziehen sich die Mädchen hier schon ganz brav alleine an.