Heidi Lackner – über Beruf, Berufung und Mutterglück

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Zu Hause bei Heidi Lackner, Journalistin, Malerin und zweifache Mama.  Sie kredenzt mir einen fabelhaften  Salat, Oliven und italienischen Zitronensaft. Übers Fernsehprogramm kann man mit der Fernsehjournalistin (Am  Schauplatz)  nicht plaudern, denn sie sieht nicht fern. Höchstens Mad Men auf DVD.

Von Patrice Fuchs

 

http://www.youtube.com/watch?v=_jtGxWtZ96A

Heidi Lackner

Heidi Lackner

Heidi Lackner `Daheim im Glück’

Im dritten Bezirk in einem großzügigen Altbau wohnt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern. Bevor sie zwei Kinder hatten, wohnten sie auch schon in diesem Haus, aber in einer anderen Wohnung. Dort hatten sie eine Dachterrasse und nebenan wohnte eine ihrer besten Freundinnen. Man konnte zum Kaffee quasi rüberhüpfen. Doch mit zwei Kindern wurde die Wohnung zu klein und sie wechselten in die dachterrassenlose Wohnung ein paar Stockwerke weiter unten. Dort rissen sie einige Zwischenwände nieder und voilà, da war er: Der Loft-Charakter. Und einen geräumigen Balkon haben sie nun  auch. Der ist fast so toll wie die Dachterrasse von früher.

Mit den Kindern hat sich aber auch was anderes verändert. Heidi verdient nicht mehr gleich viel wie ihr Mann.  Aber nicht nur, weil sie  in Teilzeit ist, sondern vor allem weil sie  ihr Handlungsspektrum erweitert hat: Heute  ist sie nicht mehr nur Journalistin, sondern hat nebenbei zu Malen begonnen. Letztes Jahr  schaffte sie die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie – und wenn man ihre Bilder sieht, wundert einen das gar nicht.

`Mama and me 1970′ Selbstportrait von Heidi Lackner

 

Gezeichnet hat sie auch als Kind schon gerne, aber seither war Pause in Sachen Kunst. Erst vor vier Jahren begann sie mit Acryl zu malen und scheinbar gelingt ihr die Pinselführung wie im Schlaf – als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Fast gespenstisch. Sie selber meint, es sei doch ganz leicht. Man müsse `nur malen, was man sieht. Flecken, Farben, Schattierungen.’ Mittlerweile ist sie auf Öl umgestiegen, was den Bildern ein noch schöneres Farbspektrum verleiht.

`White Elephant’ von Heidi Lackner

 

Aber nicht nur graphisch sind die Bilder interessant, auch die Motive und Posen haben es in sich. Viele starke Gefühle und wenig Aufdringlichkeit. Besonders ihre Serie `happy mom’ erzählt aus autobiographisch schwierigen Tagen. Heidis  zwei Schwangerschaften waren sehr kompliziert. Vor allem die zweite Schwangerschaft hat sie körperlich und seelisch stark strapaziert. Zwei Monate lang lag  sie im Wiener AKH. Und mit Liegen ist tatsächlich liegen gemeint. Nur zum Duschen durfte sie aufstehen. Als das Baby dann auf der Welt war, waren ihre Batterien leer und die Stimmung im Keller.

‘Ich konnte schwer damit umgehen, dass ich in meiner Mobilität eingeschränkt war. Nicht nur aus medizinischen Gründen, sondern überhaupt.’

Heidi Lackner

`Happy Mom IX’ by Heidi Lackner

`Happy Mom IX’ von Heidi Lackner

 

Heidi Lackner sieht Schwangerschaft und Geburt  relativ trocken. Sie gehört nicht zu den Frauen, die  sich sehnlichst eine  Spontangeburt wünschen, um einem Mutter-Ideal gerecht zu werden.

‘Die Geburt ist nicht super. Das  ist für den Körper ein total brutaler Akt.  Möglicherweise  erleben das andere ganz anders. Das ist vielleicht  eine Einstellungsfrage. Ich hätt’s mir gerne geschenkt. Ich hab immer gesagt, wenn  ich es  im Tiefschlaf verbringe und die Kinder schlüpfen aus was anderem raus, wäre es mir auch recht gewesen.’

Heute hat sie sich von den Strapazen längst erholt. Im Moment wird am Landhaus gebaut, das nächstes Frühjahr fertig sein soll. Ãœbers Wochenende fährt sie manchmal mit ihrem Mann auf einen kleinen Trip nach St. Petersburg oder Italien. Die Kinder gehen beide in den Kindergarten bzw. das kleinere wird gerade eingewöhnt.  Das Kinderzimmer wird  geteilt. Dabei sind sie sehr verschieden:

‘Unser erstes Kind ist ein ganz liebes Mädchen. Sie war ein Jahr alt und wir sind mit ihr durch Malaysien gereist und es war nie ein Problem. Das zweite Kind ist ein Bisschen ein Sturschädl. Da ist die zweistündige Autofahrt nach Oberösterreich schon ein Problem.’

Typische Alltagsgegenstände 2010: IPhone und Hello Kitty-Thermosflasche

Heidi lacht. Im Nebenzimmer erwacht `das zweite Kind’ aus dem Mittagsschlaf. Blonde Locken und interessierte  Augen. Er kuschelt sich  eine Weile in  den Schoss seiner Mama, bevor sie gemeinsam aufbrechen um die große Schwester aus dem Kindergarten abzuholen. Ich begleite sie ein Stück und  will dann die U3 nehmen. Statt dessen gehe ich dann aber gut gelaunt  zu Fuß nach Hause.  Im Gehen kann man besser nachdenken.

 

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3 Kommentare

  1. Ich hab mich serh unter Druck gesetzt gefühlt keine Schmerzmittel zu verwenden. Da waren immer diese bewertenden Blicke, wenn ich gefragt habe oder man hat mir gesagt, ich soll bis zur Geburt warten – vielleicht `schaffe ich es auch ohne´. Als wär das dann eine besonders tolle Leistung. Ich war dann auch sozusagen stolz auf mich, dass es ich es ohne geschafft hab…gleichzeitig, sag ich mir, ich will nie wieder gebären. Ich hab das gar nicht schön gefunden.

  2. wow, gefällt mir ganz ganz gut. auch die bilder.
    den ELMAR toaster mag ich auch haben, das foto ist super gelungen, jeder (familien-)mensch fühlt sich angesprochen….

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