Jetzt wegen den Wahlen…

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…bei uns ist das so: 2-3 Monate vor den Wahlen fangen wir an in der Familie und in Teilen des Freundeskreises uns  gegenseitig folgende Frage zu stellen: Heast, weißt du schon wennst wählst?“ Und dann sagen eh fast alle rot oder grün aber mit so einer Leidensmeine (einige wenige auch fröhlich).

 Und bei mir ist das so, rein vom Rationalen, von der Logik, vom Parteiprogramm, der Transparenz, dem was die Partei zumindest in der Theorie von sich gibt müsst ich immer brav sagen, mit den Worten meiner Kinder: Gün.

 ABER:…. mein Herz, das sagt seit ich angefangen hab mich für Politik zu interessieren was ganz anderes. Weil, da drinnen wohnt die Erinnerung an den sozialistischen Uropa der wegen seiner politischen Einstellung in den letzten 20er Jahren  aus Ungarn geflohen ist. Da drinnen wohnen die ganzen Bücher die ich über das rote Wien gelesen hab und über das ich dann zart missionarisch auch maturiert hab. (Wenn ich mir meine Arbeit darüber jetzt durch les, eher peinlich, grad das ich nicht zu den LeherInnen und dem Vorsitzende gesagt hab und zum Abschluss sing ma jetzt noch gemeinsam die Internationale). Darin wohnt das ich immer gern eine Rosa oder einen Bruno oder einen Freddy gehabt hätte (aber meine Töchter heißen alle anders und kein Bub). Und weil das so is, weil meine Cousine und ich dann immer gleichzeitig sagen: ich würd ja so gern, aber ich kanns nimma wählen, fang ich an regelmäßig vor der Wahl in der Familie und unter Freunden SPÖ Stimmen zu suchen bzw. zu keilen. Ich ruf die Omama an und sag:“Denk beim Wählen an deinen Papa!“  Ich sag zu Tante und zur U und zum R:“ aber gö, du wählst eh rot,..“Die Omama weint dann vor Rührung, denkt beim Wählen aber  dann wahrscheinlich eher an den Pepsch.

Ich sammle also, vollkommen unbemerkt von der Partei und dem  Apparat, fleißigst SPÖ Stimmen, damit ich gün wählen kann und ich glaub im Ernst, ich bin mit dem Bledsinn  nicht allein …weil ich  könnt ja auch anfangen einfach ernsthaft nachzulesen wer die besten Ideen und Pläne für eine 33 jährige working Mutter von 3 Kindern, verheiratet  im urbanen Raum hat, aber dazu fehlt mir die Zeit und der Nerv und was mach ich wenn dann dabei die ÖVP rauskommt (das war jetzt ein Witz)…

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8 Kommentare

  1. icu finde, dass man in Wien schon rot wählen kann. da machen sie ja zu einem großen teil gute arbeit. das Problem für mich ist eher die Bundesebene…

  2. ich kann diesmal einfach nicht mehr rot wählen. diese ekelige vetternwirtschaft, gelder werden hin- und hergeschoben, projekte aus dem boden gestampft mit genauso schnell aus dem boden gestampften, hanebüchenen konzepten, zb. um “hippe tadtkultur” zu fördern, die dann wieder nur versorgungsposten für die freunderln ist……nein, das geht einfach nicht mehr
    das argument ” das ist bei anderen parteien doch genauso” mag ja möglichwerweise stimmen.trotzdem will ich das einfach mit meiner stimme nicht mehr unterstützen.
    dieses jahr also nach längerer zeit also wieder einmal die kummerln

  3. Aja, und das mit der Karenz: Das ist ein gutes sachliches Argument für die Roten.
    Was ich interessant finde: Jahrzehntelang war das eine wichtige feministische Forderung und als sie endlich umgesetzt wurde, haben die Medien kaum darüber berichtet – als ginge es um die Infaltionsanpassung der Kinderbeihilfe….sehr befremdlich.
    Oder die Sache mit den Studiengebühren: Jahrelang geiseln die Medien die SPÖ, dass sie sie nicht verhindert und dann nicht abgeschafft haben. Man macht sie von allen Seiten deswegen fertig. Dann schafft die SPÖ sie ab – eigentlich eine bildungspolitische Sensation – und den Medien ist es kaum eine ZiB-Meldung wert. Es ging also nicht um sachliche Argumente für oder gegen Studiengebühren, sondern nur das Ausleben von SPÖ-Aversionen.
    Komisch.
    Und Mother Mable: Ich finde deine Strategie deine grüne Stimme durch das Keilen von roten Stimmen zu legitimieren sehr herzig! Eigentlich gebührt dir eine Aufwandsentschädigung als Parteifunktionär dafür!

    • @Patrice: Ja, das mit dem Vermarkten der wenigen wirklich guten Errungenschaften, das schafft die SPÖ echt zu wenig. Es gab unter Faymann zum Beispiel auch eine Steuerreform, die etlichen ArbeitnehmerInnen was brachte (mir als Teilzeit-Mum zum Beispiel, also kann man nicht sagen, dass nur Reiche was davon hatten). Und es gibt jetzt – seit Faymann – eine Bildungskarenz, wo man endlich mehr als 436 Euro pro Monat vom Staat bekommt, um sich weiterzubilden (jetzt ist es einkommensabhängig, so, dass es sich mehr Leute leisten können, eine Auszeit zu nehmen und weiterzulernen). Und es gibt jetzt endlich auch für die Privatradios und Privat-TVs Kohle vom Staat, nämlich nicht wenig, damit die innovative Programme entwickeln können.
      – Nein, ich krieg kein Geld von der Partei für solche Postings. Das fällt mir von allein ein 🙂

  4. ich bin ja eine alte Rote und um so empfindlicher reagiere ich auf Dinge, die mir bei den Roten sauer aufstossen. Mein Hauptproblem ist – denk ich – dass es zu wenige normale sachliche PolitikerInnen gibt (in allen Parteien, aber auch bei den Roten). Ich will klare Argumtente und Programme – einen konkreten Fokus. Keine Anbiederung an Interessensgruppen und keine kläglichen Versuche `cool´ oder `volksnah´ rüber zu kommen. Ich brauch keine Show und kein Hände schütteln. Nromale Argumente reichen.

  5. So ein schöner Beitrag! Ich wähle die SPÖ, eh klar, bei allen schwächen – es ist das menschenbild und die gerechtigkeit. Und, praktisch: die haben zum Beispiel durchgesetzt, dass ich jetzt in Karenz mit Kind2 viel mehr Kindergeld bekomme als damals mit Kind1 (nämlich durch das einkommensabh Kinderbetr.geld). Gereizt hätte mich auch die kpö, die sagen, eine bessere Welt ist möglich, das glaub ich nämlich auch. Und die Grünen, die bemühen sich so sehr um meine Stimme, täglich krieg ich Post und überall stehen sie, und Veranstaltungen und und und. Bloß der BZÖ-Kandidat heut morgen um acht bei der bimstation, der hat blöd gschaut, als ich ihn auf die aktuelle BZÖ-Casinos-Grasser-Stimmenkaufgeschichte angesprochen habe. Glauben die denn, das liest keiner? – zur FPÖ fallt mir nix ein, hoffe halt, dass es nicht so schlimm wird (war immer schon naiv in diesen Dingen).

  6. leider ist der wirkliche witz an der sache nicht lustig: ich fürcht mich diesmal vor den strache-stimmen. im ernst!!!

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