Lernprogramme für Kinder – wie effektiv sind sie?

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In Norwegen schafft man heuer die Lateinschrift ab. Kinder sollen vorrangig lernen auf einer Tastatur zu schreiben, statt mit einer Füllfeder. Auch bei uns werden in vielen Schulen die Hauptfächer statt an der Tafel, am Computer gelehrt und lernunterstützende Materialien sind auch bereits häufig als Computerprogramm zu haben und immer seltener in Buchform. Es stellt sich die daher die Frage, inwiefern der Einsatz von Software den didaktischen und lerntheoretischen Anforderungen des Sachunterrichts gerecht wird?

hanna & co

Lernprogramme werden immer beliebter. Können sie auch was?

In Produktbeschreibungen und Werbung versprechen die Anbieter, dass der Nachwuchs spielerisch lernen kann, was es in der Schule versäumt hat und was im Leben wichtig ist – egal ob Naturwissenschaften, Deutsch oder Mathematik im Fokus steht. Verschiedene Aufgaben, die zum Teil auch graphisch dargestellt werden, sollen dem Kind dabei helfen, neues Wissen zu erwerben oder bereits Erlerntes zu vertiefen. Oftmals verfügen die Programme über unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, die der Lernentwicklung des Kindes Rechnung tragen sollen. Wichtig für ein nachhaltiges und erfolgreiches Lernen ist es, die Kinder in ihrer Lebenswelt abzuholen. Ein gutes Lernprogramm vermittelt den Stoff in einer spielerischen und gleichzeitig strukturierten Form. Kinder können sich besser  konzentrieren und sind auch motivierter, wenn das Lernen Spass macht und die Inhalte in einer verständlichen und klaren Weise transportiert werden.

Welche Vorteile Lernsoftware mit sich bringt

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Lernsoftware weckt nicht nur die Lernlust sondern besitzt nach Ansicht von Experten auch ein großes pädagogisches Potential. Frontalunterricht hat seine Vorteile, vor allem wenn es gilt einen Überblick über einen Lernstoff zu vermitteln. Doch wenn es darum geht, ins Detail zu gehen und zu üben, sind Kinder deutlich motivierter, wenn ihnen visuelle Darstellungen geboten werden. Die Interaktivität von Lernprogrammen fördert die Auseinandersetzung mit dem Lernstoff und dies sogar über längere Zeiträume hinweg. Aufgaben werden öfter wiederholt, wodurch die wichtige Automatisierung besser gelingt. Weil richtige Lösungen zumeist mit einem fröhlichen Ton und einer lustigen Animation verbunden werden, lassen die akustischen sowie optischen Signale ein positives Erfolgserlebnis aufkommen. Dies festigt wiederum die lernenden Inhalte. Die Lernprogramme fördern überdies das selbständige Arbeiten, wobei sich die Software dem persönlichen Schwierigkeitsgrad sowie dem individuellen Arbeitstempo anpassen lässt. Lesemuffel beschäftigen sich lieber mit Texten am PC als mit dicken Wälzer, die stark abschreckend wirken können. Am Computer werden ferner Auge-Hand-Koordination sowie Blickrichtungstraining in den Lernprozess integriert.

Der Umgang mit Computer macht schlau!

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Comupter und Handys dumm machen, kommt die Hirnforschung zu einem ganz anderen Schluss. Durch die zunehmende Handhabe elektronsicher Programme, werden die Menschen immer intelligenter. Wir sind heute schon deutlich intelligenter, als unsere Großeltern waren. Intelligenztests müssen sich dem auch anpassen. Der Umgang mit einem Handy setzt nämlich voraus, dass wir abstraktieren können. Abstraktes Denken ist die wichtigste Komponente jedes Intelligenztestes.

Was Eltern beachten sollten

: Nicht jedes Lernprogramm ist pädagogisch wertvoll und für Kinder geeignet. In manchen Fällen werden lernpsychologische und systematische Gesetzmäßigkeiten außer Acht gelassen. So werden etwa die verwendeten Wortschätze bei zahlreichen Schreib- und Leselernprogrammen nicht auf den individuellen Leistungsstand des jeweiligen Kindes ausgerichtet. Andere Lernprogramme verzichten auf integrierte Analysemöglichkeiten. Doch gerade die Auswertungsfunktionen sollen den Kindern zeigen, welche Fehler gemacht wurden und wie der mögliche Lösungsweg aussehen kann. Unter den am Markt etablierten Programmen ist die Software “Hanna & Co Plus” empfehlenswert. Kinder erhalten wertvolle Unterstützung für den Rechtschreib- und Leseunterricht. Diese beinhaltet etwa einen erweiterten Grundwortschatz der ersten und zweiten Schulstufe mit zahlreichen Geschichten, Sätzen und Audiodateien in diversen Schwierigkeitsstufen. Analytische Übungen auf Satz-, Wort- und Buchstabenebene runden das Angebot ab. Wer hingegen sein Lernprogramm immer dabei haben möchte, kann etwa auf Apps wie “Schatzkiste”, “Rechtschreib-Bingo”, “DragonBox Elements” oder “Threes” setzen, mit denen Kinder spielerisch Lesen, Schreiben, Rechnen und Zeichnen lernen.
Lernsoftware kann den Schulunterricht natürlich nicht ersetzen kann, sondern sind Teil eines umfassenden Lernkonzeptes. Weil Kinder zudem beim Umgang mit dem PC zahlreichen ungeeigneten Inhalten (z.B. sexualisierte Gewalt, Drogen, Rechtsextremismus, Abzocke etc.) sowie Schadprogrammen (z.B. Viren, Spyware, Rootkits etc.) ausgesetzt sind, sollte man sich über einen geeigneten Schutz des PC informieren. Hilfestellung kann in dieser Hinsicht z.B. Netzsieger bieten, die mehrere Programme zum Kinderschutz im Internet getestet und bewertet haben. Es werden Programme vorgestellt, welche Internetseiten mit nicht altersgerechten Inhalten sperren und Eltern helfen die Online Aktivität des Kindes zu überwachen.

Fazit

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Mit einer entsprechenden Software können die Lernbemühungen von Kindern sinnvoll unterstützt werden – und dies spielerisch und mit viel Spaß. Solche Programme gibt es nahezu für jede Klassenstufe sowie Fach. Bei der Wahl solltest du allerdings Acht geben, da nicht jedes Lernprogramm die richtigen Schwerpunkte setzt und einige auch nicht wirklich auf den relevanten Lernstoff ausgelegt sind. Also, Computer und ihre Anwendungsmöglichkeiten sind die Zukunft und wir können sie nützen, wenn wir wissen wie. Und auch unsere Kinder werden wir nicht vor dem technologischen Fortschritt „bewahren“ können und sollten ihn uns stattdessen zu Nutzen machen.

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