Sisi, Schratt und Sacher

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Sisi, Schratt und Sacher waren bedeutende Frauen um die Jahrhundertwende. Sie hatten sehr viel mehr Einfluss und Macht als die meisten Männer ihrer Zeit.

Um 1900 war es schwer für Frauen sich zu behaupten. Sie waren praktisch rechtlos. Vor allem Mädchen aus armen Familien lebten wie Leibeigene. Ihr Leben bestand aus Arbeit, meist nur gegen Kost und Logis. Dass sie sexuell missbraucht wurden war eher die Regel als die Ausnahme.

Mädchen aus gutem Haus durften sich weder bilden noch alleine das Haus verlassen. Jede Bewegung wurde kontrolliert und ihr Leben war komplett fremdbestimmt.

Trotzdem schafften es manche von ihnen zu Einfluss und Ruhm zu kommen. Das waren ziel- und selbstbewusste Individuen. Fanny Elßler zum Beispiel kämpfte sich aus ärmsten Verhältnissen zu internationalem Ruhm. Sie ist bis heute die erfolgreichste Tänzerin, die Österreich je hervor gebracht hat. Als kleines Ballettmädchen wurde sie regelmässig sexuell missbraucht und als junge Frau geschwängert. Was aus ihrem Baby wurde, weiß man nicht.

Ein möglicher Weg zu mehr Sichtbarkeit und Einfluss, lief über die Bühne und der Welt des Glamours. Beeindruckende Frisuren und Kleider, exzentrisches Auftreten und mächtige Liebhaber waren essentielle Mittel zum Zweck. Auf diesem Terrain hatten auch arme Frauen zumindest eine kleine Chance sich aus ihrer Misere zu retten.

Sisi hatte dagegen Luxusprobleme – könnte man sagen. Durchaus. Aber, wer mit 17 in ein fremdes Land verheiratet wird, sexuell nicht aufgeklärt ist, um dann vom Prinzen sogleich mit Syphilis angesteckt zu werden, hat es trotz Dienerschaft und Prunk nicht so leicht.

Der Eindruck, Frauen wären damals durchwegs demütige, gehorsame Wesen gewesen, ist nicht richtig. Es waren harte Zeiten und alle, auch Frauen, haben die Ellbogen eingesetzt, wo sie konnten oder mussten. Viele Frauen sagten auch laut ihre Meinung. Nicht zuletzt die vielen beliebten Volkssängerinnen.

Genauso wenig waren sie durchgehend fürsorgliche friedliebende Wesen. Anna Sacher war sicher nicht die einzige Hausdame, die unter der Dienerschaft Watschen verteilte.

Ein häufiger Begleiter auf dem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit war der Alkohol und Opiate. Viele Frauen, die es  über Sexarbeit und Bühnenauftritten zu Berühmtheit gebracht haben, stürzten nach wenigen Jahren in Armut und Misere ab.

Sisi war opiumabhängig, doch ihr Reichtum liess sie diese Sucht recht problemlos aushalten. Schratt und Sacher frönten eher der Spielsucht. Kaiser Franz Josef beglich regelmässig Katharina Schratts Spielschulden. Anna Sacher hingegen starb mittellos und bankrott in ihrem geliebten Sacher.

Dieser Film beschreibt einige Biographien einflussreicher und erfolgreicher österreichischer Frauen um die Jahrhundertwende. Wie konnten sie sich ihren Einfluss sichern? Und wie brüchig war ihr Erfolg?

 

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