Podcast hören

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Ich hab den Tag mit einem Podcast und einem Beschluss genommen.
Im letzten Jahr hab ich lange Blogbeiträge mit vielen Bildern gepostet. Kleine Blogreisen durch mein Leben. Hübsch anzuschauen und recht anspruchsvoll zu verfassen. Nachdem ich jetzt wieder zu twittern angefangen habe und auch mein Tagesablauf wechselhafter und schneller geworden ist, werden ich wieder kürzere Blogbeiträge posten – mehr aus dem Moment heraus. Mehr Livefeeling.
Zum Podcast: Nachdem die Kinder weg waren, nahm ich meinen Kaffee, setzte ich mich mit meinen Android – Handy auf den Balkon und hörte den Mattson – Helin – Podcast. Mattson ist Chef von der schwedischen Tageszeitung Expressen – Mischung zwischen Kronenzeitung und Kurier. Helin ist Chef von Aftonbladet – Mischung zwischen Österreich und Der Standard. Die beiden spielen wöchentlich einen Podcast ein, in dem sie über Journalismus und neue Medien plaudern. Als Intromusik natürlich eine coole 60´s Soul-Nummer. Diesmal erklärte Helin zb warum er sich die Woche entschlossen hatte einen Kommentar einer seiner eigenen Redakteurinnen öffentlich zu kritisieren, was ganz selten vorkommt aber keinen besonderen internen Streit zur Folge hatte. Die SchwedInnen sind da sehr sachlich. Und dann fragte er Mattson wie er damit umgegangen ist, dass ihm über Twitter vorgeworden worden war, dass er mit der guten Berichterstattung rund um die Bostonbmber angegeben hätte. Sie hatten nämlich sehr schnell schwedische BürgerInnen in Boston ausfindig gemacht, die dabei gewesen waren und hatten auch sehr schnell eine Bewegtbild-Live-Sendung auf die Beine gestellt und mit dieser hohe Zuseherquoten erreicht. Mattson hatte danach in den sozialen Medien seine Zufriedenheit mit ihrer Leistung ausgedrückt worauf viele getwittert hatten, dass das pietätlos sei. Seine Antwort darauf: In den sozialen Medien spielen viele Leute eine Rolle, die eine Agenda verfolgen und gehört werden wollen. Dazu bedienen sie sich medial exponierter Figuren, in deren Fahrwasser sie sich begehen um aufzufallen. Oder sie verwenden sie als Symbole gesellschaftspolitischer  Zusammenhänge, zu der sie sich, oft kritisch, positionieren. Wenn er eine journalistisch hochwertige Boston-Beobachtung mache, könne er im Rückblick auch stolz auf seine Arbeit sein, ohne, dass man ihm deswegen unterstelle kein Mitgefühl zu haben. Helin, der auch Web TV machen lässt, und damit wöchentlich um die 500.000 unic user anlockt, meinte dass das schon ein Grund sei warum er etwas weniger offen twittert als früher. Er sei Mattson aber etwas neidig, dass dieser immer noch so transparent twittert. Er hätte das am Anfang auch getan, aber beschränke sich nun auf weniger emotionale Inhalte. Er sei einfach nicht der Typ dazu und man könne in den sozialen Medien nicht plözlich zu einem anderen Menschen werden, weil man glaubt, dass das besser ankommt.
Sehr spannend zwei Mediamogule beim offenen Plausch zu erleben. Gleichzeitig ist das für beide eine tolle Werbung. Nahbar, intelligent, ehrlich, schlagfertig und unprätentiös. Man stelle sich Rainer Nowak, Wolfgang Fellner und Helmut Brandstätter in einem gemeinsamen Podcast vor. Wäre eher eine angstbesetzte Runde, in der sich alle nur plakativ gut verkaufen wollten. Abgesehen davon sind ihre Auftritte in den sozialen Medien nicht besonders diskussionswürdig.

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So sehe ich aus, wenn ich angestrengt Podcast höre. Guten Morgen!

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About Author

Patrice Fuchs ist 41 Jahre alt, betreibt in Wien ein Umstandsmoden- und ein Designgeschäft, eine Zeitung "Familie Rockt", eine Fernsehshow "Familie Rockt TV", dreht Dokumentationen und unterhält dieses Elternblogportal. Aja und Mama von drei Gschropen ist sie auch.

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