Atempause

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ich bin mal wieder alleine, das Kind ist in Kärnten.

Wie üblich vermisse ich Sie und genieße die Ungebundenheit, obwohl der Winter mich gerade bindet auf eine nie gekannte kuschelige Weise, nein auf eine seit Langem vergessene.

In der Früh kurz nach 7 Uhr auf der Thaliastraße, die Füße eiskalt, die Bim kommt nicht daher, 10000 Gründe zum Granteln, scheint mir die Sonne ins Gesicht, der Schnee knarzt unter mir und meinen Pseudowanderschuhen, es ist wie ein Blick zurück in meine Kindheit, wenn ich nach unten auf die Ösen mit dem melierten Schuhband blicke und

ich bin glücklich.

Rotgefroren die Wangen, fast eingeeist das Haar stapfe ich dahin, die Ruhe da Draußen ist die Ruhe , die ich so oft in mir vermisse, ich finde sie, ich erinnere mich, als ein Sonnnenstrahl auf meiner kleinen Mädchenwange wie ein Streicheln des Himmels sich anfühlte,

nur für mich.

ich bin glücklich

Zauberhafte kurze Momente das sich Finden in sich selbst

ich bin immer noch glücklich, als ich durch den Volksgarten stampfe

so klar, so blau, so weit der Himmel, ich denke mir, seltsam in der Winterkälte scheint das Blau unendlicher, reiner, vielversprechender als im Sommer, sage ich jetzt im Moment,

im Sommer nehme ich mir vielleicht die Freiheit das Gegenteil zu behaupten.

Der letzte Schritt und ich bin im Büro, meine Laune hält sich noch ein Bisschen, wenn ich aus dem Fenster blicke, aber dann abrupt werde ich bombadiert, eingenommen, alles an mir symbolisiert der Kollegin, bitte, bitte lass mich kurz in Ruhe, aber nein, sie redet, fordert, nix Berufliches da könnte ich ja nix dagegen haben, sondern Privates, ich will, ja ich will aber das hier zu Ende schreiben, ich bin genervt, ich will nicht immer Freiwild sein, gezwungen werden von Augen, in die ich zurückblicken muss, mich anpassen den Stimmungen eines Andern.

Ich mag die Kollegin, sie ist tough, sie ist cool, sie ist klug, sie ist kreativ,

SIE IST BESTIMMEND.

Da schlag ich mit der Faust auf den Tisch, uups und sag bitte, kann ich 5 Minuten Ruhe haben, bitte

tja nun ist sie beleidigt und mir tuts leid.

Eines der Dinge, die ich noch lernen muss, es gibt etwas zwischen Selbstaufgabe und Faust auf dem Tisch,

aber vielleicht auch ein Schaden dieser Legebatterie,

es sieht so aus, als würde mein Weg hinaus konkreter langsam

wenn ich daran denke,

dann

bin ich wieder glücklich.

 

 

 

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1 Kommentar

  1. mother mable on

    So schön zu lesen:-), so das einem ein Lächeln übers Gesicht huscht. Und hau ruhig ab und zu auf den Tisch!

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