Brathenderl, puuuuutt, putt, putt!

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Ich liebe gefülltes Brathenderl!

Wer mein Rezept für Chickenwings gelesen hat, weiß welchen Stellenwert Hühnerfleisch für mich hat. Ich kann von dem Zeug einfach nicht genug kriegen! Ehrlich, Huhn kann ich im Grunde jeden Tag der Woche essen. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich es auch tue. Aber ich könnte. Wenn ich wollte. Aber ich will eh nicht. Naja, ich schweife ab… Im Grunde spricht natürlich nichts dagegen, sich ein fertig gebratenes Huhn in irgendeinem Hühnerladen oder Supermarkt zu besorgen. Bis auf die Tatsache, dass die eigentlich alle gleich schmecken, oft totgebraten sind, weil sie endlos lange in irgendwelchen Warmhaltevitrinen herumliegen und man natürlich nicht weiß, wo denn das Huhn eigentlich herkommt. Ja, es geht schneller und kostet vermutlich auch weniger. Na und? Wer ein wirklich geiles Brathenderl essen will, versucht es einfach mal mit meinem Rezept und überlegt sich dann, ob er jemals wieder ein normalsterbliches Brathendl vom Supermarkt essen will. Ha! Wenn ich ein Brathenderl zubereite, gibt es immer Gemüse dazu. Nachdem hier auch Erdäpfel zum Einsatz kommen, ist es im Grunde nicht notwendig, Reis oder eine andere Beilage zu kochen. Man würfelt einfach Erdäpfel, Karotten, Rüben und Knollensellerie, knallt ein paar Knoblauchzehen dazu und fertig ist die Beilage! Nur noch salzen, pfeffern und ordentlich Olivenöl drüber und danach ab ins vorgeheizte Backrohr.

In diesem Fall wollen wir das Henderl auch noch füllen. Hier das Rezept für die Fülle, die ich bei jeder Art von Geflügel verwende, egal ob Ente, Gans, Truthahn oder Huhn.

Zutaten:

  • 1 Packung Semmelwürfel
  • 2 Eier
  • eine Handvoll Schalotten, fein gehackt
  • eine kleine Tasse Champignons, geputzt, klein gehackt
  • eine Handvoll fein gehackte Petersilie
  • ein Schuss Milch
  • ein Schuss Rapsöl
  • wer will, kann auch etwas Hühnerleber salzen/pfeffern und in einer heißen Pfanne scharf anbraten und auch zur Fülle dazugeben. Muss aber nicht sein, Leber ist nicht jedermanns/fraus Sache…

Zubereitung:

Eigentlich ganz einfach: Semmelwürfel in eine große Schüssel geben, Eier dazu, Schalotten dazu. Die Champignons in einer Pfanne anbraten und dazugeben. Petersilie dazu, Leber dazu (sofern mutig genug dafür) und einen Schuss Milch dazu und dann gut salzen und pfeffern. Nun Hände gründlich waschen und dann alles schön zu einer herrlich klebrigen Füllung vermischen. So, das wäre erledigt.

Das Huhn wird gründlich geputzt und gewaschen, danach trockengetupft. Viele verwenden eine Fertiggewürzmischung für Brathuhn, aber wie ich in einem anderen Rezept schon erwähnte, kann man sich im Grunde ganz leicht selber eine Gewürzmischung herstellen und hat den Vorteil, dass keine Geschmacksverstärker verwendet werden, wie bei eigentlich allen Fertigprodukten. Hier meine supergeheime, sogenannte Dry-Rub-Brathuhngewürzmischung:

  • 1 TL Majoran
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 2 TL Salz
  • 1 TL gemahlenber, schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Roter Paprika
  • 1/2 TL Cayenne Pfeffer (wenns ein bisserl schärfer sein soll)

Alles gut vermischen und dann, wie der Name Dry-Rub bereits vermuten lässt, das Huhn einfach damit großzügig einreiben. Nun stopfen wir das gute Ding einfach mit der Fülle, bis nicht mehr hineingeht. Hier ist es ganz praktisch, das untere Ende des Huhns zum Schluß mit Zahnstochern zu verschließen, damit die Fülle nicht wieder herausquillt.

Lasst euch nicht von den Fotos irritieren. Ich mache immer zwei gefüllte Brathendln, nur für den Fall, dass jemand zufällig gerade in der Nähe ist und mich mit einem Besuch überraschen will. Sollte dieser unwahrscheinliche Fall nicht eintreten… esse ich den Rest halt am nächsten Tag. Warum? Weil ich es kann! Nun also das Brathenderl in eine tiefere Ofenform geben, etwas Öl drüberträufeln und ca. 250ml Hühnersuppe bereitstellen. Diese Brühe wird verwendet um das Huhn die nächste Stunde zu begießen. Die Ofenform nun in das Backrohr zum Gemüse dazugeben und alles eine knappe Stunde bei 180 Grad braten. Sollte euch Fülle übergeblieben sein (was mit 100%iger Wahrscheinlichkeit sein wird, weil so große Hühner, dass da alles reingeht, gibt’s ja gar nicht), verzagt nicht! Macht Knallt den Rest der Fülle einfach neben das Huhn und bratet es mit. Diese Fülle wird zwar außenrum knuspriger, innen ist aber alles immer noch vom Feinsten. Aber Achtung: Wer den Saft des Huhns nachher zum Übergießen verwenden will, sollte die restliche Fülle in eine Extra-Form geben, da sie alle Flüssigkeit aufsaugen wird. Und, seien wir uns ehrlich, Brathenderl mit ohne Saft zum Übergießen geht ja schon mal gar nicht. Echt nicht. Gießt die Hühnersuppe alle 10 Minuten über das Brathendl und gegen Ende nehmt ihr einfach die Flüssigkeit, die sich unter dem Huhn angesammelt hat. Es schadet auch nicht, das Hendl nach einer halben Stunde mal umzudrehen und für die letzten 10 oder 15 Minuten nochmal mit der Brust nach oben in der Ofenformzu platzieren. Das war’s eigentlich schon wieder. Viel Blabla, aber eigentlich ist alles nur halb so wild. Ich wiederhole die wichtigen Schritte:

  1. Gemüse putzen, schneiden und ab ins Backrohr
  2. Fülle machen
  3. Hendl putzen
  4. Gewürzmischung machen und Hendl einreiben
  5. Hendl mit Fülle… ehm… füllen
  6. Hendl ins Backrohr geben und alles eine Stunde lang bei 180 Grad braten

Ja und dann knallt ihr alles auf einen Teller, Hendl und Fülle und Gemüse, gießt etwas Saft drüber und dann schließt ihr eure Augen, genießt und dankt mir für dieses großartige Rezept. 🙂

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1 Kommentar

  1. klingelfee on

    erst halb 11 zu Mittag und ich hab schon Hunger. Leider bin ich sooo kochfaul, dass es heute das Henderl vom Radatz gibt. Aber irgendwann …

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