Die Couch, der Defekt, der Schlüssel und ihre Freundin

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foto4 278alles schien so einfach, Freundin 1verkauft Couch, Sofa passt, Achtung jetzt kommt ein ganz fieser deutscher, aber so treffender, Ausdruck,

wie Arsch auf Eimer.

Der Preis ist heiß, Freundin 2 hat einen, nennen wir ihn, Lieferwagen (dessen wahre Bestimmung mir aber ein wenig unheimlich ist, letze Wege und so), helfende Hände..

Das gibts doch nicht, denk ich mir, das klappt ja perfekt.

Platz schuf ich schnell, entsorgte nebstbei ein paar Säcke Vergangenes und harrte der Dinge, bis zum nicht Doodlefixierten Termin.

Normalerweise, ich bin mir sicher,

bin ICH das Problem mit meiner Problemsucherei,

dieses Mal?

Hiobsbotschaft: Der “Wagen” hat ein defektes Teil und daher kein Pickerl, Teil muss erst bestellt werden, repariert, Pickerl, das kann dauern.

Aber da gibts ein Möbelhaus im 16., Ausborgen von 17 Uhr bis 22 Uhr um 24 Euro, kurzer Anruf, Datum fixiert, Freundin 2 ist schwer motiviert, Treffpunkt vereinbart, Auto holen, schnell auch noch zu Ikea, zu ihr in die Wohnung, Sofa aufladen, ab nach Ottakring, sogar der Sohn der Freundin wird zu Hause sein und uns unter die Arme greifen,  Sofa ins wartende Eck schieben, Auto zurück bringen

zwei Bierchen auf unseren Erfolg zwitschern

Ende.

Haha, ( Wann lacht Gott? Immer dann, wenn ein Mensch einen Plan macht)

Ich darf eine halbe Stunde eher weg aus dem Glashau, dessen interne E-mailflut über fehlende Radabstellplätze mich heute sprachlos machte. Hätte ich nicht die Absender gesehen, ich wähnte mich mittendrin,

in einer Verbalschlacht zwischen HC Strache und Martin Blum.

 

Arg, gut gelaunt sitze ich aber trotzdem dann in der Straßenbahn, SMS:

” Das Auto ist kaputt, sagt das Möbelhaus, das können wir heute nicht haben!”

Das ist frustrierend, während wir Alternativen überlegen, bemerkt die Freundin, dass Sie Ihren Wohnungsschlüssel vergessen hat, der liegt jetzt in einem funktionstüchtigen Auto in Tirol, Schlüsseldienst..

Lange Rede kurzer Unsinn

DAS WIRD HEUTE WiEDER NICHTS!

Dabei war ich sowas von bereit, kann denn nicht einfach irgendetwas einfach so funktionieren, hat denn alles einen Haken?

Wir trösten uns, denn wirklich fatal wäre es gewesen das Auto zu holen, vor versperrten Tür zu stehen, das Auto voller Bücherregale und die Couch total gesichert und uneinnehmbar, da war diese Variante ja Nervenschonend.

Einmal war ich wieder bereit IKEA zu betreten, ich schwor dem ab, als die Nachbarin 2009 das Kassasystem außer Kraft setzte und wir plus 3 Angestellte bis 23 Uhr dort verharren musste.

Das ist 4 Jahre her, nicht, dass ich nachtragend bin,

aber ich vergesse NIE!

Legen wir also auch diesen Versuch ad acta, was solls, solange nichts Schlimmeres passiert?

Das Kind wird enttäuscht sein, ganz fest hatte ich verkündet:

“Diesmal kann nichts schief gehen, dann machen wir die Wohnung flott und dann lädst du die Finnlandurlaubeinladende Freundin ein und vorallem, dann können wir endlich beide nebeneinander vor uns hinliegen, oder so!”

Sie liebt das, sie hat es gerne schön, sie hat gerne, dass sich etwas verändert, sie mag es, wenn ich die Dinge in die Hand nehme.

Im nächsten Leben besuche ich einen HandwerkerInnenkurs und beeindrucke meine Tochter mit allem was Elektrik, Tischler und sonstige immer noch Männerdomänen so her geben

im nächsten Leben?

Wurscht, das wird sich schon finden, irgendwann habe ich sie zu Hause, die so lange ersehnte Couch, auf was habe ich nicht schon alles gewartet?

auch umsonst allerdings

So sitze ich also auf einem Sessel, während draußen der Donner grollt und der Blitz zeitgleich leuchtende Peitschenhiebe schleudert, gleich über mir, denn über mir, ist das Dach. 

Da werde ich immer ein wenig demütig, die alte Kinderangst und die bange Frage, wohnt doch wer da oben, der so zürnt, mit so viel Macht?

SMSe mich so durch die Welt, nehme Kontakt zum Nachbarn unter mir auf, auch da gibt es Themen, die man vielleicht in New York akzeptieren könnte oder in Dehli, aber

NEIN, da ist alles gut.

Bin alleine, das Kind ist beim Vater, völlig erschöpft kehrte sie von der Sportwoche am Freitag zurück und verschlief fast die freien Tage, aber genug mich zu überreden sie nächstes Jahr auf ein Konzert gehen zu lassen.

Sie plant das rechtzeitig und die Liebe zu ihrer Boygroup ist mit Treue gesegnet, das finde ich gut.

Vielleicht sollte ich es auch so machen, einfach manchmal um eine Audienz ansuchen, sie anschauen, kurz über sie streichen, wenn ich so nahe herankomme

und vom Wiedersehen träumen.

 

Manche warten auf den Märchenprinz, ich auf die weiße Couch

beides wird nicht von selbst den Weg finden.

 

Das müsste mir eigentlich schon lange glasklar sein.

 

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6 Kommentare

    • funkelblau on

      ist aber nicht bei mir…sondern eben noch bei der Freundin. Vielleicht sollte ich einfach zu ihr siedeln..

  1. klingelfee on

    oh, ich hasse das, wenn es nicht so klappt, wie frau es will. Hätte ich ein großes Auto, wäre ich schon bei Dir. Aber so ist das, manchmal fehlt dann doch ER. Wobei ER auch eine SIE sein kann, jemand, der es einfach in die Hand nimmt, während ich mit aufmunternden Worten daneben stehe und ein Glas Wein nachschenke.
    Konnte gestern kaum schlafen, der Umzug kommt in die finale Phase und noch weiß ich nicht, was mich in der neuen/alten Wohnung erwartet.

    • funkelblau on

      ER oder SIE, Wir schaffen ES!
      Am Samstag stehe ich bei Fuß, im unbrauchbarsten aller meiner Fälle, schenke ich dir einfach Wein ein,
      reinen, weißen oder roten, je nach Wunsch.
      Alles wird gut, liebe Klingelfee, alles wird gut!

      Auf diesen StressSkala(heißt es Skalas oder Skale, oder Skalen? kommt eine Übersiedelung an 3. Stelle)
      Also kein Wunder, dass du nicht schlafen kannst, aber wenn, dann wünsche ich dir süße Träume!

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