Geizkragen

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ich war “the Artist” anschauen, eine Welt ohne Worte, vielleicht wirkt er deswegen in mir fort. ich möchte hier jetzt nicht diesen Film beschreiben, das tun Andere, ich empfehle ihn anzusehen und empfehle noch mehr, die Bedeutung der Worte in Frage zu stellen und die Handlung in den Vordergrund zu stellen.

Sagen kann man viel, meistens dienen die Worte dazu die eigene Großartigkeit, Güte, Intelligenz zu beschreiben und was passiert dann.. zumeist recht wenig. Das hört sich jetzt enttäuscht an, ja vielleicht bin ich das, ich entsage der Täuschung all dieses Blablas, ich sehe was da ist.

Die Liebe zum Beispiel ist ein so überstrapaziertes Wort und so missbraucht und überstrapaziert, das Wort Freundschaft auch, oft.

Man kann betonen, wie sehr man jemanden mag, ich weiß nicht, ob die Akteure sich das in diesem Moment selbst glauben, wahrscheinlich schon, aber was bringt all die heiße Luft, die dazu dient sich selbst zu liebkosen, wie emotional und sensibel man ist,

wennn, ja wenn, es dann nicht mal zu einem Anruf oder zu einem SMS reicht

“alles Liebe zum Geburtstag”?

ich vertstehe das nicht, ich will es auch gar nicht verstehen, solange man geben kann, ist man nicht arm, solange man fühlt, ist man nicht einsam, Gefühle brauchen Luft, sie wollen hinaus, sonst vergären sie, machen bitter und irgendwann leer.

Mit Gefühlen ist es wie mit Geschenken, Uneigennützigkeit macht ein Geschenk erst zum Geschenk, wer glaubt im Vorfeld die Reaktion veraussehen zu können, der will manipulieren, aber nicht schenken, der sperrt den anderen ein. In meinen früheren Jahren bezog ich solche Dinge auf mich, für nicht würdig hielt ich mich, nicht beschenkbar, in schlimmen Phasen für eine Paria, diese Zeiten sind vorbei, es wird kein Urteil über mich gesprochen, die Darsteller zeigen nur sich selbst in ihrem Tun.

 

Das ist befreiend, in manchem Fall auch desillusionisierend, aber am Drama der Illusion bin ich nicht mehr interessiert.

Da wo es still und klar ist, da beginnt erst die Tiefe, nicht im Sturm der Eroberung, nicht im Strudel des gekränkten Egos, nicht im Wellengekräusel des Narzismus, nicht im Meer, das nur besänftigt glatt geschmeichelt wird, um die vermeindliche Schönheit des eigenen Gesichts zu spiegeln.

Ich klage niemanden an, ich bin überrascht, wieviele Jahre ich brauchte, um zu verstehen, mich selbst, also war ich immer Teil der Manipulation.

Die Freude am Geben habe ich entdeckt, die Kraft aus der Erkenntnis fühlen zu können, nicht als Ursache und Wirkungprinzip

ich bin reich und ich bleibe verschwenderisch

aber ich verschwende mich nicht,

Liebe ist nie verschwendet, die Gier hinter Mauern zu blicken, um mich für so groß zu halten, ist gestillt,

ich schaue mir gerne an, was man mir zeigt, der Rest kann Himmel oder eben Hölle sein.

jaja so schauts gerade aus, es geht mir gut dabei. In einer Woche fährt meine Tochter, nach 13 Jahren, immer noch hat das für mich eine Feierlichkeit zu sagen oder zu schreiben MEINE TOCHTER, wieder auf Skikurs, ich denke nicht, dass ich so treue Leser habe, die sich noch an den Diskodramaabend der damals 12 Jährigen erinnern können, daher, der seit dem ersten AHS Schultag Vereehrte, hielt Händchen mit einer anderen.

2 Monate suchte mein Kind in jeder freien Minute das passende Kleid für den kommenden Tanzabend, dessen aufregende Bedeutung ihr ganzes Wesen zu erfüllen scheint. Erst dachte sie an ein kniekurzes schwarzes Paillettenkleid, wie kommt sie nur auf das?, schwarze Pailletten sind sehr schön, dramatisch, schlicht im Schnitt, aber doch die Koketterie des Funkelns, je nachdem wie das Licht fällt..sie fand es nicht, so entschied sie sich für ein schwarzes, schwingendes scharz- weiß gepunktetes Ensemble, smaragdgrün die Träger und das schimmernde Band um ihre Taille, mit roten Wangen führt sie es mir vor, dreht sich um sich

hinreißend finde ich sie.

Das hast du gut ausgesucht, schön siehst du aus,

sie schaut mich glücklich an und sagt:

“In welchem Drama, das auch dieses Jahr wieder endet, ich will gut dabei aussehen”

liebes Kind, bleib so dein Leben lang

es ist so schön dich lieben zu dürfen.

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2 Kommentare

  1. “ich bin reich und bleibe verschwenderisch aber ich verschwende mich nicht” Funkelblau, ich liebe einfach wie Du schreibst. Wirklich. Und schoen, dass es dir gut geht. Deine Fanin

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