Kabeltanz

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Früher mal, da hat nicht nur der rosarote Panther an der Uhr gedreht, sondern alle, wenn es wieder einmal soweit war. Mir ists gestern gar nicht aufgefallen, das Handy aktualisiert sich von selbst, auch AOn TV nimmt mir die Zeit aus der Hand, einzig des Kindes Handy musste händisch den Entzug der Zeit zur Kenntnis nehmen. Dunkel wars dann heute in der Früh, gestern November, heute sagen wir spätes Oktobergefühl, mir ist gar nicht nach Aufbruch zur Zeit, eher nach Einigeln, Stachelschutz oder Mutter Stachelschwein mit Ihrem Frischling, die Liebe zu Geringeltem hatte ich ja schon immer, eingelullt im Wohnungsdickicht. Stundenlang lag ich auf der Couch am Sonntag, starrte zur Decke, das Kind vorher Schäfersgleich  zum Schreibtisch getrieben, Mathe ist nun mal IHR Ding, meine Zeit ist vorbei, wir haben uns nicht im Guten getrennt. Immer noch hängen die nackten Leitungen vom Wohnungshimmel, fast 2 Jahre nicht das Anbringen  zu Wege gebracht. Wo der Schreibtisch seit Einzug seinen gedachten Platz hat, stehen immer noch 2 unausgepackte Kisten, die Küchenplanung ging komplett daneben, alle Hängekästen, Ikea übrigens, 2 an der Zahl müssten schwebend sich zu Ihrer wahren Bestimmung fügen, die Abwasch vom Wasserhahn sich trennen, alles müsste rücken, sich dann aneinanderschmiegen kurz wie einer dieser alten Tänze. Eine Szene wie aus einem Kinderbuch, tanzende Möbel, alle bunt mit runden Kanten, deren Laden lächeln und dann miteinander eine Orgie der Gestaltung feiern, um den Bewohnern dann durch Ihre Ruhe, die Gesehnte in ihrer Mitte  bringen.

Der Teil der Holzkindeshochbettleiter aus der einmal, ganz kreativ, eine Garderobe werden sollte, lehnt wacklig im Vorraum, ein Rätsel mir, warum sie der losen Kleiderstange doch Halt bietet und unseren Mänteln auch. Im Bad ragen nackte dicke Kabel aus den hübschen Fließen, aus der Not eine Tugend dienen diese als Halterung für einen kleinen Spiegel, denn Gesichtslos Zähneputzen, lässt einen zum Geist vor sich selbst werden mit der Zeit. Wenn alle Fenster offen sind, schwingen die Kabel wie die Haltegriffe in der U2 hin und her, treiben die improvisierten sich an ihnen klammernden Reispapierkugeln mit, wie Michglasseifenblasen.

Vieles ist nicht so wie gedacht, es bleibt zu tun, genug, aber wäre alles perfekt, dann gäbe es ihn nicht, den rotweiß gepunkteten Regenschirm, der vom Küchenkabel als Schirm der Lampe dient,

ein kleines MaryPoppinsglück.

Als Kind hatte ich ein Buch, schwach erinnere ich mich nur daran, dass das Haus ein Schuh war, wer daran wohnte, wird mir verborgen bleiben( nein, danke Google, gefundene Erinnerung, Mäuse sinds), aber ich habe es mir schön vorgestellt, in diesem ausgetretenen, braunen Schnürstiefel,  dessen Schuhbänder wie Schaukeln sind.

Die Mäuse im SchuhEin bisschen ists so mit mir, die Dinge sind ihrem Zweck entfremdet und mir deswegen nah.

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