Klima gegen Kapital: Sozialismus wird wieder populär.

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Sogar in den USA. 43% aller US-AmerikanerInnen sind der Meinung, dass eine Form von Sozialismus ihrem Land gut tun würde. Und das hat mit der Klima-Problematik zu tun.

Greta Thurnberg Reggae Remix ft. Peter Tosh (by Alioune Koné)

Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn ausgerechnet die USA den Sozialismus als Gesellschafts-Ideal wiederbeleben würde. Aber die USA steht tatsächlich vor einem Paradigmenwechsel.

Eine Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2019 zeigt: Im Land des unbegrenzten Kapitalismus galt “Sozialist” bisher als grobes Schimpfwort. Das dürfte sich in den letzten Jahren radikal geändert haben.

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Collegekosten haben sich verachtfacht

Obamas Team registrierte schon während dem Wahlkampf zu seiner Wiederwahl, dass der amerikanische Traum als Wahlversprechen nicht mehr zog wie zuvor. “Deine Kinder, werden es einmal besser haben, wenn sie aufs College gehen” war nicht mehr überzeugend. Kein Wunder: Die Gehälter stagnieren seit 40 Jahren. Die College-Gebühren haben sich ver8facht.

Auch The Harris Poll kam 2019 zum Ergebnis, dass der Begriff “Sozialismus” viel positiver besetzt ist, als früher. Vor allem unter 40jährige sehen im “Sozialismus” viel keine Gefahr mehr, wie frühere Generationen. Und das Wort “Kapitalismus” ist für sie nicht mehr gleichbedeutend mit “Demokratie”. Die Häfte der Jungen würden auch sozialistische PolitikerInnen wählen.

Die Generation Z prioritiert folgende politische Themen am höchsten:

  • Massen-Erschießungen
  • Antirassismus
  • Einwandererpolitik und Umgang mit MigrantInnen.

Die Millennials prioritieren:

  • Zugang zur Gesundheitsversorgung
  • Klima
  • Massen-Erschießungen.

Zusammen stellen sie 2020 bereits 37% der WählerInnen.

Die Klima – Debatte hat Druck auf rechte Politik gemacht

Rechte PolitikInnen haben in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt. Sie hat auch viel Geld und Mühe investiert, um linke Ideen zu verdrängen und die Klimakrise runterzuspielen.

Die Linke verzweifelt über Trump, Orban, Johnson oder Kurz etc. Doch ihr verbissener Kampf um Macht im Staat, hat gute Gründe. Die Klimakrise bedroht nicht nur konservative Lebenskonzepte und zwingt die Wirtschaft sich neu zu erfinden, sondern verleiht auch dem sozialistischem Ideal ungeahnte Kräfte.

Dass der Planet zur Gewinnmaximierung ausgebeutet werden kann, ist kein Konsens mehr. Und auch die Menschen wollen nicht mehr rund um die Uhr konsumieren. Teenager wünschen sich keine Mopeds mehr zum 16. Geburtstag. Die Älteren haben genug Küchenmaschinen daheim stehen.

Was früher der kollektive Traum war, ist heute zur Belastung geworden: Das teure Eigenheim und das neue Auto und andere Anschaffungen, die das Glück perfekt machen sollen, kosten monatlich zu viel Geld für den emotionalen Mehrwert, den sie geben.

Der Sozialismus passt gut zur klimabedingten Neuordnung der Gesellschaft.

Auch bei uns tendieren die jungen WählerInnen eindeutig mehr nach links, als die über 40jährigen. Jedes Jahr schiebt sich ein neuer Jahrgang 16jähriger in die WählerInnenlisten.

Gemeinschaftliche Wohnprojekte schießen aus dem Boden, internationale Kleiderketten bieten Mode zum Mieten an, die 35h-Woche etabliert sich immer mehr als realer Weg, Solaranlagen und andere alternative Energiequellen werden von Endkonsumenten selbst installiert und ganz Europa träumt vom Ausbau der Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken.

Immer mehr kapitalismuskritische Artikel und tauchen im Mainstream auf und machen sozialistische Ideen trendig. Warum sollten die Reichen immer reicher werden? Firmen, die sich in Steuerparadiesen niederlassen, verlieren an Reputation. Und warum sollte es weniger attraktiv sein, sich kollektive Güter zu teilen, als sie zu besitzen (und auch bezahlen zu müssen)?

Klima gegen Kapital lautet das neue Motto

Und diesen Kampf müssen Bewegungen führen, die gewerkschaftlich organisiert sind und gesamtwirtschaftliche Konzepte entwerfen. Es reicht nicht, dass wir weniger Avocados kaufen.

Kleine UnternehmerInnen, die Dienst, Innovations- oder Kreativleistungen erbringen und nicht zwangsläufig auf Wachstum und ausgerichtet sind, wünschen sich genauso wie die ArbeitnehmerInnenschaft eine klimafreundliche Industrie.

Man kann alles emotional aufladen. Die Werbewirtschaft weiß das. Es braucht nur wiederholte Impression, smarte emotionale Aufladung und ein schlüssiges Narrativ. Und die Klimakrise ist ein sehr schlüssiges Narrativ und der Sozialismus kann problemlos emotional aufgeladen werden. Und wenn sich ein Trend einmal in der Bevölkerung durchgesetzt hat, dann kann auch die mächtigste Werbekampagne kaum dagegen ankämpfen. Das wissen die Konservativen.

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