Philipp?

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Sehr unangenehm. Drei Mal ist es in den letzten zwei Wochen passiert. Einmal auf der Strasse und zwei Mal im Phil. Dort sitz ich manchmal und arbeite (Ich arbeite echt – glaubt mir!). Und zwar: Mein alter wunderbarer Schulkollege Philipp (lustig, grad im Phil…) läuft mir über den Weg. Ein ganz lieber spezieller Kerl. Ich sehe ihn sonst sehr selten. Blöd ist es, dass ich grad arbeite und eigentlich wirklich keine längeren Gespräche führen kann. Wenn man da jemanden trifft, den man schon Jahre nicht gesehen hat, ist es schwer nur ein kleines Updategespräch zu führen. Es wird also was Aufwühlenderes und dadurch ist dann der workflow natürlich gefährdet…ist so. Ich denke, ok, das nehm ich natürlich in Kauf und schau rüber zu Philipp wie er da sitzt mit seinem Laptop und warte bis er zurück schaut. Also, ich fixiere ihn richtig, oder besser gesagt, ich starre ihn an. Endlich schaut er auch zu mir, aber sein Blick ist nonchalant und leer. Ich nicke ihm etwas verunsichert zu. Er reagiert nicht. Das sieht ihm nicht ähnlich, sag ich mir, aber what the fuck – dann halt nicht. Ich arbeite weiter. Ein paar Tage später – dieselbe Situation auf der Strasse, ich starre ihn an, er schaut durch mich hindurch – es wird schon langsam unangenehm. Und heute, verdammt, im Phil wieder. Er kommt ins Lokal und setzt sich hin – nur einen Tisch von mir weg! Ich bin schon echt nervös. Er macht seinen Laptop auf (hat also, so wie ich, vor länger zu bleiben!), dann räuspert er sich – und zwar laut und relativ ungustiös. Hört sich fast an wie ein immenses Rülpsen. Ich werd immer unentspannter. Wie in einem schlechten Sketch ist das hier! Er bestellt einen Saft, den er mit einem Strohröhrl unter lauten Sauggeräuschen austrinkt – sprich: das ganze Lokal wird auf ihn aufmerksam, aber mich ignoriert er immer noch. Soll ich vielleicht auch mal laut rülpsen?! Vielleicht reagiert er dann auf mich: `Ja, hallo Patrice! Du hast dich aber verändert! Aber an deinem charakteristischem Rülpser hab ich dich gleich erkannt!´ Vielleicht so? Dann läutet Philipps Handy und er hebt ab. Und aus dem Mund meines Wiener Freundes Philipp strömt akzentfreies Spanisch… Hypererleichtert versinke ich in mein Ledersofa….

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About Author

Patrice Fuchs ist 41 Jahre alt, betreibt in Wien ein Umstandsmoden- und ein Designgeschäft, eine Zeitung "Familie Rockt", eine Fernsehshow "Familie Rockt TV", dreht Dokumentationen und unterhält dieses Elternblogportal. Aja und Mama von drei Gschropen ist sie auch.

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