auf der Stelle

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es stagniert, ich komme nicht voran, das macht mich zunehmend nervös, innerlich bin ich Kilometer weiter , aber objektiv, räumlich sitze ich immer noch da und komm einfach nicht vorwärts.

Überlege schon mir Hilfe zu holen oder sollt ich einfach einen Riesensprung wagen, aber ich bin ja kein Känguruh, kann nicht vom Kinde erwarten in meinem Beutel hocken zu bleiben und jeden meiner Schritte zwangsläufig für gut befinden zu müssen, also ist eher das schlaue Fuchs sein gefordert, bei Füchsen mag ich es, das rote Fell.

Nichts ist mühsamer als über ungelegte Eier zu sprechen, das passiert mir immer wieder, also lassen wir das, ich verkünde dann Erfolge, wenn sie erreicht sind, wenn ich nur wüsste wie?

Es wurlt in mir, ich kann kaum mehr ruhig sitzen, klopfe unterm Schreibtisch unruhig mit den Füßen, ich will mich bewegen, mein Auftrag an mich, das Leben bewegtmich innerlich immerzu, da will ich mit. Weniges finde ich tragischer, als einfach aussitzen, während die Veränderung  vorbei zieht,  sitzen lässt wie einen trotzigen Spielverderber, nur wer mit geht, kann auch gewinnen, verlieren, gewinnen, da sein und das will ich dabei sein im Fluss, das Paddel in der Hand, manchmal nur mit den Händen die Richtung bestimmen, das Ruder kann entgleiten, auch das gehört dazu, vielleicht treibt die Strömung in die falsche Richtung, vielleicht führt sie aber auch an die schönste Lichtung, niemals entdeckt, wäre der Kurs immer zu halten gewesen,

wer weiß?

Ich nicht. Ich will und ich glaube, dass ich mich bewegen muss, das scheinbar Stoische meines Wesens gleicht in Wahrheit dem Flügelschlag eines Kolibris, nur bei mir ists in Gedanken und ich bin nicht leicht genug, um mich zu halten von Gedanken, Erkenntnis und Wunschschlägen, am Boden und in der Luft, für Luftschlösser aber stark genug.

So habe ich mich entschieden aus der Not eine Tugend zu machen, ich will STEPPEN lernen. ich will klappernd die Füße trommeln lassen, einen, meinen Rhythmus bestimmen, hörbar machen, mich auf und entladen, bis es nur noch weitergehen kann, weil es gar nicht mehr anders möglich ist.

Solange laut und voller Energie die gleichen Stellen zu Trommeln erklären, bis sie mir verkünden, dass der nächste Schritt, der richtige Ton, die einzig denkbare Forführung ist, typisch ich, andere gehen einfach, ich brauche Umwege, aber jetzt fasse ich alle Umwege auf einem Punkt, überfordere diesen mit meiner Energie, bis er mich aufladen wird,

implodiert nach Außen.

Schnupperstunde? Nein gleich einen Kurs, Steppschuhe, ich hoffe, hierfür noch nicht sofort von Nöten, aber ich werde sie kaufen,  ich finde sie wunderschön, ich habe keinerlei Vorstellung, welche Menschen steppen lernen, Ginger Rodgers und Fred Astaire lange her, ich liebe dies Film über sie mit Marcello Mastroianni,  ja genau Ginger und Fred, macht eh Sinn der Titel.

Mit rührseliger Sinnlichkeit und Sehnsuchtsfeuchten Augen betrachte ich Bilder von dem Wunschziel meines Sommers, ich will auf die Insel Amrum, mitten drin im Nordfiesischen Wattenmeer, Amrum Warum Amrum?

Ich liebe schon den Namen dieser Insel,  perfekter Kinheitssommer,  Saltkrokan,  salzige Luft, Gischt, tobender Wind, stechende Sonne, rotweißgepunktete Platikbälle, deren Geruch ich genauso in der Nase habe wie den Geruch der Bettwäsche in Reetgedeckten Häusern, Strandkörbe, Gummistiefel, Friesennerze, Wattwanderungen, das Meer zieht sich zurück, kommt wieder wie der Mond, Krabben puhlen, schwarzer Tee….ach ich bin schon wieder weinerlich, so schön, so glücklich, so wärmend in die Decke gekuschelt

mit 8,9,10 Jahren als ich wegen Bronchitis die 3 Sommer meiner Kindheit verbrachte.

Genau dahin will ich, genau da soll das Kind sein, in diesem Sommer, in dem sie schon gar nicht mehr Kind ist, auch hier spät dran,  für Glück aber ist immer

Zeit.

So will ich auch dahin den Weg finden,  es ist, wie fast alles, nicht für Nix zu haben, steppen, klappern und sich weg wuchten zum Leuchtturm, zum Wind, zur Ruhe, zur Mutter aller Bewegung und allen Stillstands,

dem Meer.

Seltsam die letzten Jahre wollte ich immer gen Süden, dieses Jahr nicht. Auch bin ich weg von überemotionalen, glühenden , sich selbst spiegelnden Augen und tiefschwarzem Haar, voller Musik und tragischem Temperament, leicht gegerbte, den Gezeiten trotzende Haut, ein bewegender Fels auf der Brandung, also ein Seemann im tiefsten Sinne

da hing ich gern an Bord.

Ich spinn schon ein Bisschen, sei es das Alter oder die Gelassenheit mir meine Wünsche zu erlauben, warum also nicht Urlauben auf Amrum, warum nicht rumspinnen?

Über Anziehung und Atrraktivität denke ich nach, immer schon, meine Küchenphilosophischen neuesten Erkenntnisse lauten:

Anziehend wirken die, die gut mit sich sind, die sich anziehend und so angezogen haben, dass sie sich mögen, sich selbst gerne auf die Schulter greifen, sanft über die Falten Ihrer Haut, gütig mit sich,

weil nur denen kann ich zutrauen

dass sie auch meine Mängel, Fehler, Schwächen sanft mit den Fingern nachzeichnen

als Landkarte meines Lebens.

Keiner tritt für immer auf der Stelle, keiner will an empfindlichen Stellen getreten werden,

den Stürmen zu trotzen, dem Meer zu lauschen, das Bett des Watts, der Grund des Schlamms, die Rückkehr der Flut

für all das

sag ich auf der Stelle

JA

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