Zwischen Amsterdam und Venedig

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liegt Wien.
Frau Doktor Nachbarinlinks ist in Amsterdam, Frau Wahnsinnigaktivnachbarinrechts am Wege nach Venedig.

Ich bin hier.

Beengt fühle ich ich mich, zur Zeit gelingt es mir nicht gut, wenn schon nicht das Weite zu suchen, dann mir im Hier und Jetzt Raum zu schaffen. Zuwenig durchbreche ich den Alltag und dieser quält.

40 ist ein Abschnitt, wenn man diese Zahl überschritten hat, fragt man sich nicht mehr was man alles noch will, sondern wieviel davon in der Theorie noch möglich wäre, wenn, wenn es gut läuft.

Zu viel Zeit vertan.

Das Hadern brächte diese nicht zurück und raubt noch mehr Kraft, stehenbleiben und sich betrachten, wenn ich dafür nur die Zeit und Ruhe hätte, dann wäre es gut, dann machte es Sinn.

Ich spüre wie sehr ich an die alle 14 Tage freien Wochenenden gewöhnt bin, seit 5 Wochen hatte ich keines, auch dieses nicht. Schlechtes Gewissen, denn es geht nicht darum mein Kind “loswerden” zu wollen,

es geht darum
nicht micht zu verlieren
es geht um den Magel an Zeit.

Zurück auf Los, Statusbestimmen, mich betrachten, mich. Das Kind ist in 4 Jahren erwachsen, ich will weiterwachsen, ich brauche Kraft, ich muss meine eigenen Wurzeln pflegen, meine Wurzeln als Ich.

Ist das egoistisch, darf ich das wollen?

Warum nicht, warum frage ich überhaupt nach einer Berechtigung, fragt jeder Mann danach, fragt jeder Vater danach?
Fragt das Kind nicht nach mir als Mensch auch, wer bin ich ohne sie,

sie ist alles
auch ohne mich.?

Bin überreizt, kann mich nicht zurückziehen, Menschen ohne Kinder verstehen das zumeist nicht, sie sind es so gewohnt ihren Bedürfnissen zu folgen, bei mir ist es umgedreht, meine Bedürfnisse wackeln mir im Rudel hinterher, beginnen trotzig aufzustampfen, verfolgen mich.

Alleine traurig sein zu können, erscheint mir gerade als Luxus, bitte wie traurig ist denn das?

Sie haben ja alle recht, einsam, einsam bin ich nicht,

da müsste ich erst darüber nachdenken können, allein.

Ja natürlich das Kind ist 14, 14 Jahre lang bin ich da, Windeln wechsel ich nicht mehr, das Trösten und Zuhören, das Aufmerksam sein, das Beobachtet werden, das nicht Schwach sein dürfen, weil welch Bedrohung, wenn der Mensch der Halt bieten soll schwankt, ich weiß nur zugut, wie bedrohlich das ist, als Kind.

Mein Kind soll sich geborgen fühlen.
Das ist so, wenn man allein”erzieht” kein Rückzug möglich, kein bitte übernimm du, ein anderes Mal dafür ich.
Da bin nur ich und wenn ich nicht mehr selbst mein ICH zwischen all den Pflichten finde, tja dann.

Also reiße ich mich zusammen, versuche es zumindest, auch wenn meine Geduld schon mal größer war und meine Aufmerksamkeit beim Zuhören Ihrer Erlebnisse, sie spürt es eh,

aber VERDAMMT ich höre 40 Stunden die Woche mit höchster Aufmerksamkeit tobenden Menschen mit trivialsten Problemen zu, um mein Brot zu verdienen.

I M FED UP

Das macht mir ein wenig Angst, es beginnt das Nichtmehrkönnen, nachdem ich das Nichtmehrwollen solange als Teil meines Lebens einfach in Kauf nahm, ansatt diesen Zeit- als Spielraum zu nützen.

Seine Empfindungen ernst nehmen, nicht seine, MEINE, die Kehrseite meines Humors, der zur Seite gefegte Haufen hat sich so ausgebreitet, mittendrin nun im Schlamassel.

Huch wie dramatisch, wie egomanisch, wie unsympathisch ehrlich?, vielleicht..denn ich muss ja scherzen, immer wieder betonen, welch Vorteile alles hat, wie reif ich geworden bin, aha, was soll das heißen reif?
Wie Fallobst flieg ich vom dünnen Ast, der mich trug, so hochmütig und doch so reduziert zufrieden, durchzuhalten, igitt.
Ich weiß, dass ich fallen kann, aufstehen aber auch, der Boden bleibt, am Ast sitzen ist aber schöner, da denke ich, ich sei nah dran
am Himmel
an der Freiheit
Liebe?

Gibt es Fallobstliebhaber? Macht man wenigstens Marmelade aus heruntergefallenen Früchten oder wird nur von allem Obst aus den Äpfeln der Most

sauer oder süß?

Sogar hier noch die Wahl.

Also gut, dann süßer Most, Verbitterung steht mir nicht, wem schon, dafür habe ich schon zu gut auf Bäume klettern gelernt.

Könnte natürlich auch sagen, nur das ständige Magenweh stöße mir sauer auf, aber warum dreht es mir die ganze Zeit den Magen um?

Morgen werde ich es wissen, da gehe ich zu meiner Ärztin, die ist in Wien.

Vielleicht kann sie das heilen,schaut aufmerksam mir in die Augen, wie es ihre Art ist
und fragt

“Wie geht es Ihnen?”

Auf meine Antwort bin ich schon gespannt, Humor oder Ernst
ich weiß es noch nicht,
dazwischen die Lücke.

So jetzt habe ich schwarze Wolken genug beschrieben, aber es tat gut, mit bunten Kreiden wird auch eine Tafel zum Grafitti, Untergrund nur, kein schwarzes Loch.

Insgeheim und aus ganz egoistischem Interesse

JA ICH BIN FÜR DIE DIE TEILZEITBILDUNGSKARENZ

beim Ansuchen werde ich endlich einmal versuchen

die ALLERERSTE
zu
sein.

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