Wir sind auch nicht viel anders

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Schau es ist so, wir waren gestern schon wieder aus. D und ich und noch ein paar andere. Wir waren zuerst beim Schulforum und dann noch Essen und Trinken. Und Nein, sagt D in der Früh, so kanns nicht weitergehen mit der Schule, dass wir dauernd erst nach Mitternacht ins Bett kommen und am nächsten Morgen zart angeschlagen Richtung Lohnarbeit wanken. Weil seit das mittlere Kind in der Schule ist, gehen die Eltern wieder ordentlich aus. Ich glaub aber nicht das da ein Zusammenhang besteht. Und weil du fragst, dem Kind geht es gut, sie ist happy und fit und am richtigen Ort für eine bald 7-jährige!

Auf jeden Fall ich bin ein bisserl paniert, hab aber doch noch genügend Energie um mich über einen Artikel aufzuregen, den eine Freundin auf facebook zum Thema Ads und hyperaktive Kinder gepostet hat.
In diesem Artikel wird ein älterer Herr zum Thema befragt. Hennig Köhler, kannte ich nicht, muss ich nicht näher kennenlernen, Erziehungswissenschafter. Und ich fand das Interview obergscheit und nervig und daneben, und wenn es dich interessiert kannst du es selber lesen. http://www.spielundzukunft.de/kinderzeit/schwierigkeiten/1068-henning-koehler-hyperaktive-kinder-und-was-sich-in-wirklichkeit-hinter-aufmerksamkeitsstoerungen-verbirgt

Da finde ich den Artikel im neuen Familie rockt um Eckhäuser, was heißt um Empire state buildings besser und auch am Experten Dr. Scheidinger ist nichts auszusetzen. (Außer das er in jungen Jahren einmal zu schwangeren M gesagt hat, wenn sie nicht in der besetzenden Arena übernachtet ist das Verrat an der Revolution. Der schwangeren M war das wurscht und sie ist mit ihrem Bauch wieder heimgegangen).

Ich überfliege den Köhlerartikel, denk mir so ein Schas und bleib dann an einer Sachen hängen, und bitte die will ich mit dir besprechen:
Herr K stellt sich in diesem Interview irgendwann die Frage ob Kindern wie Michel aus Lönneberger oder Momo heute auch Ads diagnostiziert werden würde. Und ob es uns nicht helfen würde unsere Kinder als solche Romanfiguren, mit ganz Besonders zu sehen. Und schau, vielleicht ist meine Denke da daneben, aber genau solche Vergleiche regen mich auf. Meine Kinder haben kein Ads, und vielleicht hilft es den betroffenen Eltern. Aber im Ernst, so sehr wir die Romanfiguren verehren (gut Momo hat mich nie gerockt), es sind Buchgeschichten. Michel zb. der wird den halben Tag eingesperrt, Momo ist eine Obdachlose, Pipi lebt ganz allein. Und in einem Buch da sind solche Kinder geschützt, zwischen den Seiten, von der Liebe ihrer AutorIn, aber im Reallife da wünscht man doch niemand ernsthaft so eine Kindheit? Und wenn wir unseren Kindern am Abend im Bett diese Geschichten vorlesen, eingekuschelt, dann können unserer Kinder sich ein bisschen in diese Figuren hineinträumen. Und am nächsten Tag wieder ganz normale Kinder sein. Weil, und ich red mich da jetzt ein bissl in Rage, aber das ist der Punkt: unsere Kinder sind in den meisten Fällen relativ normale Menschen. Manchmal deppert, manchmal nett, manchmal sympathisch, manchmal unsympathisch, manchmal schön, manchmal schiarch, manchmal gscheit, manchmal nicht so und oft auch durchschnittlich. Zum Glück ist das so weil wir sind meistens auch nicht viel anders.

Und natürlich gibt es Momente wo ich als Eltern find: Wau, vor mir da steht die neue US-Präsidentin mit den liebsten Augen der Welt und außerdem erzählt sie mit 6 Jahren schon Geschichten wie Michael Ende in seiner Blütezeit. Aber ich glaub nicht, dass das der Rest der Welt auch so sehen muss, ich glaub nicht das es Kindern gut tut wenn ich dauernd in solchen Superlativen von ihnen denk oder sprech. Ich glaub das Kinder normal brauchen. Und wir Eltern das normal sein mit Kindern an sich vielleicht manchmal wieder lernen müssen! Deshalb auch noch einmal Familie rockt Magazin S. 24

…und jetzt brauch ich einen Kaffee und großes Soda Zitron!

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