D strahlt

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D strahlt.

D kommt bei der Tür herein und strahlt mich an: „ Auf diesen Tag hab ich schon lang gewartet und jetzt ist er da!“ Die Kapitalistin in mir denkt: Warum strahlt der so? Gehaltserhöhung, gutes Angebot, wir haben geerbt (von wem?). Ich strahl zurück: „Wieso, was is heute?“

D sagt:“Heute ist der Tag wo seit 5 Jahren das erste Mal kein Kinderwagerl oder Buggy vor der Tür steht, nix steht mehr vor der Tür!“

Er hat recht, es ist vollbracht, unserer Kinder brauchen keine Wagerl oder sonstigen Tragehilfen mehr. Wir hatten einen rot grauen Bugaboo, einen rot grauen Chicco, einen Urban Jungle Onetreehill Doppler (gebraucht und fast nie verwendet), einen Maxi Cosy Buggy blau (den der Opa aus dem Caritas Lager anzaht hat und der nicht funktionierte), einen schwarzen Ergo Carrier und ein dunkelgrünes Softtragetuch. Den Bugaboo haben wir jetzt samt Stehbrett meinem Bruder geborgt. Der Chicco ist bei P und M wenn die Enkelkinder  zu Besuch kommen. Den Ergo hab ich der U geborgt, den Maxi Cosy hamma nach 5 Tagen weggeschmissen, das Tragetuch ist in irgendeiner IKEA Box und den Urban Jungle, nie verwendet, will ich verkaufen.

Ja so war das, ich bin gefühlte 4 Jahre mit dem einen Kind im Wagerl und dem anderen umgeschnallt herumgefahren und hab mir dabei mein Kreuz ruiniert.  Trotzdem war der Abschied nicht leicht, diese ganzen Wagerln standen für etwas, für eine Zeit, intensiv, anstrengend, lehrreich, neu, schön, mörderanstrengend. Auch die rote Wickeltasche, die mir die FreudnInnen vor 5 Jahren bei den Unter Umständen gekauft haben ist so ein Relikt. Sie war wunderschön, knallrot, mit einem kleinen eingestickten schwarzen Mädchen auf der Seite. Sie hat perfekt zum roten Wagerl gepasst, jetzt schaut sie nach 5 Jahren intensiven Gebrauchs schon recht vergammelt aus. Aber die hau ich nicht weg, sag ich zu D, die heb ma auf!

Jetzt, wenn ich ohne Kinder unterwegs bin,  sind meine Taschen wieder schwarz. Überhaupt, ich fahr in die Arbeit, komplett in schwarz, nur ein weißes Hemd unterm schwarzen V- Pulli, schwarze Röhrenjeans, schwarze Stöckel und komm erst wieder heim wenn die Kinder schon schlafen.

Das Leben mit 3 Kindern ist bunt, so bunt wie die Wagerln, so bunt wie  ihr Gewand, ihre Zimmer, so bunt wie sie selber. Die Mutter hier findet sie hat sich jetzt ein bisschen schwarz verdient  und D sich eine Zeit ohne Wagerl vor der Tür.

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3 Kommentare

  1. nice blog, missus! ich hab auch geglaubt, es sei so weit. verweigere den buggy seit ein paar wochen. ergebnis: ich schleppe den 15-kilo knaben jeden weg (inklusive meine arbeitstasche, einkäufen, büchern aus der bibliothek & seinen kiga-rucksack), habe dauernd rückenweh und bin richtig schlecht gelaunt. er quengelt wenn er gehen muss, ich wenn ich ihn schleppe. einer quengelt also immer. ich glaub wir waren noch nicht so weit. morgen hole ich den buggy wieder aus dem keller.

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