In der ersten Reihe

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In der frueh dacht ich kurz es haette geschneit, weißer Himmel und schlief gleich weiter bis 10. Das Kind und ihre Freundin saßen schon frühstückend am Tisch als ich dann aus der mikrofaserdecke kroch. Es war natuerlich abgesegnet, dass die beiden den Abend aufsichtslos bei mir verbrachten, ich muss ja auf meinen Ruf achten, umso anstrengender ganz fit scheinen zu muessen, mit den verquollenen Augen. Sie haben sich amuesiert und als ich um 1 Uhr in der frueh zu Hause war, schlugen auch sie sich noch das Popcorn und die Nacht um die Ohren. Ich war ja im offoff Theater Medea schaun, sass in der 1.Reihe die buehne in der Mitte und Frau serata quasi en face. Ich kann nicht sagen, dass ich mich gelangweilt haette, ich war amuesiert von einer tragoedie. Die minichmayr hab ich mir 3! Mal im goldenen Vlies angeschaut und mit ihr gelitten, wie die verzweiflung sie dazu trieb, die eigenen Kinder zu morden. Gestern hingegen gabs ein Wasserbecken und Schrubber(das Tal der traenen) einen in batikoverall gehuellten janos, der vorallem und in jeder Sekunde ein homosexuller Gatte und Schauspieler war. Bitte, man langweile mich jetzt nicht mit schwulenbashing Kommentaren, davon bin ich weitentfernt, aber die Geschichte macht nur Sinn, wenn es eine Leidenschaftsverletzungsgeschichte ist, zwischen janos und Medea. Medea hingegen war eine irokesengeschnittene, 3facher janosschulterumfangmessende Wutfrau, mit in die 3.Wandstarrenden Augen und bruellender konsonantenknallender stimme. Dazwischen wurde Wasser gespritz und geschrubbt, Frau serata war mein Blickfang, ich werde es nie wissen, aber sie schien nicht amused und hatte einen modelcasting geschockten Blick, zuweilen schloss sie aber auch die Augen. Gut ich darf ja denken, was ich will, das Problem war aber, dass ich im wenn auch nicht selber abteilung im kollegenkreis war, einer der Kollegen war eben der janos und nach 2 Bier mit meiner Meinung nicht hinterm Zaun hielt, da stand ich ganz allein und Ranizcki waere vieeleichz zufrieden mit meiner spitzen Zunge gewesen, aber der war nicht da… Ich wollte immer das liebe Kind sein, las Jahrzehnte die erwartungs und beduerfnishaltung des gegenueber an den Augen ab, erfuellte was ich nur konnte und verschmolz ohne zu sein. Seit ich aus dem Hintergrund trat, schlaegts oft ins Gegenteil, ich schleudere meine Meinung. Heraus, gestikuliere wild, je mehr Widerstand ich spuere umso mehr lehne ich mich dagegen. Liebe wirklich anerkennenswerte off Theaterdarsteller, die ihr euch für einen Apfel und ein Ei, die Seele aus dem Leib spielt, verzeiht, ich werde mich einpendeln, wenn ich lange genug ueber die staenge schlug. Ihr seid ja nicht die minchmayr und alles ist ein Versuch, wirklich sorry! Das erstaunliche für mich ist aber, all die Jahre die ich die Anderen in goldenes Licht tauchte war ich allein, seit ich frech und erbarmungslos alte hexengleich mein Urteil verkuende, spuere ich Verbundenheit, Zuneigung und Anerkennung. Das liebe maedchen ist immer da, aber es sucht aus, was es liebenswert findet,erhoeht nicht wie der grottenolm alle zu hoeheren Wesen, flehend um einen kruemel. Ich hoff ich komm bald zur Mitte, kann’s nicht versprechen, denn die Leidenschaft, ich selbst zu sein, die hab ich grad entdeckt.

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