Links ein Ärmel, rechts ein Ärmel, doch am meisten wärmeln, Pullis mit 2 Ärmeln

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Das Leben rennt so dahin, zumeist hüpft es erstaunlicherweise recht fröhlich, manchmal schlurft es auch, aber es robbt nicht, zumindest aufrecht gehen, ist immer drin. Dem Kind geht es gut, es benötigt jetzt zwar immer länger für ihre Ausstattungs- und Dekoarbeiten, aber ich bin fasziniert, wie genau ihr Bild von sich selbst ist und wie sie zielsicher die Dinge so kombiniert, dass es stimmig ist mit ihrem Wesen. Seitdem wir uns geeinigt haben, dass sie am Abend ihre Sachen für den nächsten Tag wählt, ist auch der Morgen wieder eine harmonische Zeit, kleine Dispute natürlich eingeschlossen, denn wir sind nun mal Mutter und Kind und lebendig sowieso.

An der Jobfront gibt es nichts Neues, bin jetzt in allen Verteilern unterwegs und bewerbe mich so dahin, Pro- und Riesencontralisten, Arbeiterkammerrechner und die Wirtschaftsdrohungskrise ständig im Kopf, aber ich gebe Manches ans Leben ab, will sagen, nein schreiben, es besteht Handlungsbedarf, vom Himmel fliegen wird es nicht, aber das Schöne am Älterwerden ist auch, dass ich nichts Perfektes mehr erwarte, verstanden habe, dass man nicht immer alles schmieden kann, schmieden schon, aber das Werkststück hat auch sein Eigenleben, Veränderung.

Ich glaube nicht an Astrologie, aber die Anhänger schwören ja Mark und Bein, dass ab der zweiten Lebenhälfte der Aszendent gelebt wird. Hm, obwohl ich nie mit Gerda Rogers oder sonst wem persönlich darüber sprach, schreibt mir ein guter Sterngläubiger Freund den Aszendenten Waage zu, wahtever it means..

Lange Rede, ich empfinde mich authentischer als früher, fühle mich mehr nach mir an, also der Eimer der Kindheit, der einem ja, so sagt man, ein Leben lang über den Kopf läuft, also der Inhalt dessen, von der schlammartigen Masse wird zur tröpfelnden Sommerregenerinnerung , kleine Sumpf und Wattwanderungen auch von Zeit zu Zeit.

Am Weg finde ich auch den Herbst, in dem früher all meine Traurigkeit ein Zuhause fand, als schönen Teil.

Auf einer meiner Ottakringbeutezüge in mehr als dubiosen Krimskramsgeschäften, erstand ich am Wochendene für 6 Euro 2 Pullover, da die gedeckten 70 er Farben ja wieder en vogue sind, in jetzt wieder trendigstem dunkelgrün und einem flotten weinrot. 

Schon das Anziehen erinnerte an eine Umarmung, erwischte mich ständig beim mir selbst über den Arm streifen, wie zufällig, a bissi angeflirtet hab ich mich, dann ging ich der Sache auf den Grund und suchte das Etikette,

100 Prozent Cashmere,

da wurde aus der kleinen Freude, eine Große,

bin halt doch auch eine kleine Luxusbiene und dies feine Stöffchen

flog mir zu, vielleicht ist der nächste ein Seidenflügelschwung,

in jedem Fall, eine feinstoffliche Freude,

die kleine Cashmerewolke rund um mich.

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5 Kommentare

  1. dann hab ich wieder was gelernt, du bist aber kein Möter, du bist doch die Klingelfee
    obwohl ab und zu mal Köder sein, wär auch nicht schlecht,
    je nach dem wer zuschnappen will natürlich…

  2. luxusbiene – sehr schön! Flirten mit Cashmere – immer ein gutes Gefühl. Ich fühl mich heute mehr nach Möter!

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