Wenn der Vater mit dem Sohne

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Ich hab ein Jahr lang an einer Doku gearbeitet (über die Beziehung zwischen Vätern und Söhnen) und gestern bin ich fertig geworden! Ich bin so ein Mensch, der dauernd an der Qualität der eigenen Arbeit zweifelt und gleichzeitig größenwahnsinnig ist. Meine Doku sollte also werden wie ein Scorsese-Epos. Mit ca. einem 100stel des Bugets eines Scoreses natürlich. Wenn ich das nicht ganz hinkrieg, bin ich am Boden zerstört und hasse mich. Das heißt, ich stehe die ganze Zeit unter großem Druck. Zwei Wochen hab ich jetzt geschnitten und in dieser Zeit gelitten und gedacht, ich überleb das nicht. Gestern Nachmittag haben wir den ganzen Schinken von Anfang bis zum Ende angeschaut und dann endlich kamen die erlösenden Worte meiner ORF-Cutterin:
`Das war ja jetzt schmerzfrei.´
Ich hab kurz überlegt, ob ich die Aussage einfach so stehen lassen soll, aber dann mußte ich doch nachfragen:
`Du meinst, es war nicht direkt eine Folter die Doku anzuschauen?´
`Genau.´
`Das ist dann positiv, oder?´
`Japp.´
Na bitte. Damit endet also die Arbeit von einem ganzen Jahr. Jetzt bin ich wieder frei. Zur Feier des Tages kamen Freunde zum Essen. Bei unserem letzten Treffen hatten sie uns Schnitzel, Salate und Germteigschnecken kredenzt. Wir konterten mit Miesmuscheln in Weissweinsause und gefüllten Canelonis mit Zimt (mal sehen, wie sie darauf antworten werden!). Wir haben viel über nervende Teenagerkinder geredet. Warum zb lassen sich die Gfraster nicht einfach nett lächelnd fotografieren? Immer blöde Posen parat!

Patrice Fuchs

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About Author

Patrice Fuchs ist 41 Jahre alt, betreibt in Wien ein Umstandsmoden- und ein Designgeschäft, eine Zeitung "Familie Rockt", eine Fernsehshow "Familie Rockt TV", dreht Dokumentationen und unterhält dieses Elternblogportal. Aja und Mama von drei Gschropen ist sie auch.

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