Letztens im Netz

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Weisheiten aus dem Netz von @lisafuchs

Lisa im Netz

Lisa im Netz

 

Finstere Foren

„Am Beginn meiner SS-Zeit hatte ich auch einen spannenden Busen.“ Diesen Satz werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Er hat mich leicht irritiert – politisch und sexuell. Also hab ich den Tab in meinem Browser geschlossen und meine Dr. Google Abfrage zum Thema Ziehen in der Brust sprachlich überarbeitet. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Immer wieder stieß ich auf verstörende Postings in diversen Eltern-Foren, die aus unverständlichen Gründen als solche bezeichnet werden. Denn meine persönliche Hosentaschenstatistik aus 40 Wochen plus einem Tag Schwangerschaft sagt: Eltern-Foren sind Frauen-Foren. Und diese Spezies der Foren-Mütter bedient sich, wie es scheint, einer eigenen Sprache, deren Code man mit ein bisschen Good-will auch recht schnell entschlüsselt: SS steht – Überraschung! – für Schwangerschaft, LG bedeutet hier nicht Liebe Grüße sondern Lebensgefährte und wenn frau einen KiWu hat, dann spricht sie nicht von ihrem exotischen Wellensittich, sondern von ihrem Kinderwunsch.

Nach erfolgreicher Dekodierung der SS-Abkürzungen ließ ich mich also auf die persönlichen Erlebnis-Stories über Wassereinlagerungen, Dammmassagen und Pigmentflecken ein. Das Ergebnis: Angst und Schrecken. Über Monate mied ich die Grusel-Foren, weil die Autorinnen irgendwie vergessen hatten, über die romantischen Seiten des Schwangerseins und Kinderkriegens zu berichten. Erst als ich acht Wochen vor meinem ET (nein, nicht der Außerirdische, sondern der errechnete Geburts-Termin) den gesetzlichen Mutterschutz antrat, kam ich zu der Erkenntnis, dass dieser Austausch der schwangeren Frauen im Netz gar nicht so blöd ist. Denn ganz ehrlich: man wird aus seinem Berufsalltag herausgerissen, hat keine Ahnung, wie man diese Umstellung auf die Reihe kriegen soll und kämpft mit geschwollenen Händen und Füßen gegen die unerträgliche Fadess des Seins! Da erscheinen die finsteren Foren dann doch als Lichtblick auf der kurzen Liste der noch möglichen Zeitvertreibe.

Das Wort aus dem Web


Diesmal: Was ist eigentlich ein Shitstorm? Vor wenigen Wochen postete ein Facebook User ein Foto, auf dem geschälte und dann in Plastikschalen verpackte Bananen bei Billa zum Verkauf angeboten wurden. Tausende UserInnen fragten sich daraufhin: Wo bleibt da der Hausverstand? Ihren Unmut über die mangelnde Nachhaltigkeit äußerte die Facebook-Gemeinde, indem sie das Bild verbreitete und kritische Postings auf die Facebook Seite von Billa schrieb. So ein öffentlicher Angriff, der sich mit unkontrollierbarer Eigendynamik in sozialen Netzwerken verbreitet, nennt sich Shitstorm.

Oft greift ein derartiges Strohfeuer der Kritik auch auf das Umfeld der Opfer über. So war es beispielsweise im Jänner 2011: Niki Lauda erklärte sich zum Gegner eines rein männlichen Tanzpaares in der ORF Show Dancing Stars. Die Proteste gegen Laudas homophobe Aussage bekam auch seine Fluglinie Fly Niki zu spüren, auf deren Facebook Wall es vor kritischen Beiträgen nur so wimmelte. Solche Situationen sind das Horror-Szenario für viele KonzernsprecherInnen. Um Herr oder Frau einer solchen Situation zu werden und den Image-Schaden in Grenzen zu halten, reicht ein einfaches Seminar in Krisenkommunikation nicht aus. Hier gilt es Feingefühl zu zeigen und auf die Kritik der Community ehrlich und authentisch einzugehen. Wer gut reagiert, kann zumindest darauf hoffen, dass der Shitstorm wenige Tage danach nur noch ein Sturm im Wasserglas ist.

Familie Rockt ist ein Elternmagazin und Elternblog – Portal. Das Magazin erscheint alle zwei Monate und bietet nette Artikel für Mütter und Väter und solche die es werden wollen. Auf www.familierockt.com können Eltern über ihr Leben mit Kindern bloggen.

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