Sexkauf gehört verboten!

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Sexkauf verbieten – Die SchwedInnen haben es schon vorgemacht

prositution

Sexkauf – vor 15 Jahren beschlossen die SchwedInnen, nach langen Diskussionen und vielen Expertisen, dass nicht Prostitution, sondern der Konsum von Prostitution verboten gehört. So sind die SchwedInnen. Wenn die Situation bisher nicht funktioniert hat und ein neuer Weg logisch erscheint, dann geht man diesen. Egal wie ungewohnt er ist.

In Österreich ist Prostitution nicht erlaubt. Eine Prostituierte handelt sittenwidrig. Der Freier nicht. In Schweden ist es umgekehrt. Seit 1999 darf man dort keine sexuellen Dienstleistungen mehr kaufen. Freier bekommen Geld- und Gefängnisstrafen. Es gibt eine eigene Polizeiabteilung, die nur auf die Verfolgung von Sexkäufern und MenschenhändlerInnen spezialisiert ist und sowohl auf der Straße als auch im Netz auf der Lauer liegt. Mittlerweile ist auch in Island, Norwegen und Frankreich Sexkauf verboten. Norwegische StaatsbürgerInnen dürfen auch im Ausland keinen Sex kaufen. Den Prostituierten passiert nichts.

Alle reden über die Prostituierten – niemand über die Freier!

Freier bekommen in Schweden nicht nur Strafen sondern auch Hilfe. In jeder größeren schwedischen Stadt gibt es Beratungsstellen, die sowohl SexarbeiterInnen Hilfe anbieten als auch Sexkäufern. Sexkäufer werden in Schweden als Suchtkranke eingestuft. Sie sind süchtig nach gekauftem Sex und verschulden sich oft haushoch, um dieser Sucht nachzugehen. Aber nicht nur der sexuelle Akt ist für sie wichtig sondern das ganze Milieu. Sie verbringen unzählige Stunden im Netz, um sexuelle Kontakte mit Prostituierten anzubahnen und hängen auch dann abends in Puffs ab, wenn sie gar kein Geld mehr haben um Sex zu kaufen. Andere cruisen in ihrer Freizeit mit dem Auto den Straßenstrich rauf und runter oder streifen planlos durch die Rotlichtviertel. Glücklich macht dieses Leben nicht. Wer sexkaufsüchtig ist, hat Schwierigkeiten, erfüllende Liebesbeziehungen zu führen, und hat oft auch Geldprobleme.

In Stockholm haben in den letzten zehn Jahren über 1.000 Sexkäufer Hilfe gesucht. Sie sind mit ihrer Sexualität nicht zufrieden und handeln oft zwanghaft. In den Beratungsstellen werden auch zwanghaftes Pornoschauen und andere sexuelle Fixierungen behandelt. Man geht davon aus, dass Sexkäufer unter Bindungsstörungen leiden. Manche Beziehungsaspekte werden simplifiziert, in die Sexualität ausgelagert und dann bei Prostituierten ausgelebt. Es geht beim gekauften Sex nie nur um Sex, sondern immer auch um Beziehung. Eine Beziehung, in der der eine Part die Macht hat. Denn er hat das Geld. Der Freier braucht das Gefühl, Macht über die Situation zu haben, aber auch über die sexuellen Handlungen der Frau. Dadurch entsteht eine für ihn emotional entlastende Situation, die vordergründig nur von Sex handelt, in der es aber eigentlich um Selbstwert, Männlichkeit, Verlangen und Liebe geht – ohne jegliches emotionales Risiko.

Auch „nette“ Freier, die besonders einfühlsam mit SexarbeiterInnen umgehen, brauchen diese Macht. Viele Prostituierte erzählen, dass die Laune eines netten Freiers sehr schnell umschlagen kann, wenn er beispielsweise Schwierigkeiten hat, zum Orgasmus zu kommen. Dann kann die Situation jederzeit eskalieren.

Sex verkaufen ist eine Arbeit wie jede andere, oder?

Das hört man oft: Prostitution müsse legalisiert werden und unter das Arbeitsrecht fallen. Dann würden sich alle Probleme von selbst lösen: die Stigmatisierung, die Unterdrückung und der Menschenhandel. Auch typisch feministische Argumentationen werden aufgegriffen, um Sexkauf zu verteidigen: Frauen müssten selber über ihren Körper bestimmen dürfen.

Abgesehen davon, dass längst nicht alles gesund und legal ist, wozu sich ein Mensch aus freien Stücken entscheidet, bleibt ein wichtiger Punkt dabei im Dunkeln: Wenn man Prostitution als normale Arbeit betrachtet, muss man auch das Business als ganzes wirtschaftlich unter die Lupe nehmen. Prostitution besteht ja nicht nur aus Frauen, die entweder auf eigene Kasse oder für mehr oder weniger nette Strizzis in einem Gürtellokal arbeiten. Prostitution ist ein gut und international organisiertes Gewerbe, das auch PR-Leute beschäftigt, die Meinungsmache und Lobby für ihre Sache betreiben.

Meinungsmache fürs Geschäft

Immer wieder liest man von Prostitutionsgewerkschaften, die für eine Legalisierung des Gewerbes eintreten. Doch leisten diese Gewerkschaften wirklich Gewerkschaftsarbeit? Dazu müssten sie sich über Mitgliedsbeiträge von Prostituierten finanzieren.

Meistens werden aber nur eine Handvoll bis etwa 100 Personen von diesen Verbänden vertreten. Das entspricht ca. 0,05 % aller SexarbeiterInnen. Wenn es sich tatsächlich um Gewerkschaften handeln würde, müssten sie arbeitsrechtliche Forderungen an ihre ArbeitsgeberInnen – also die BordellbetreiberInnen – stellen. Man hört aber nichts von Mindestlöhnen und Lohnnebenkosten, die Bordellbesitzer zu zahlen hätten, damit Prostitutierte sozial- und pensionsversichert sind. Eher sind Prostituierte als Selbstständige tätig, was ZuhälterInnen aus jeglicher Verantwortung entlässt.

Kein Wunder, dass SprecherInnen von Berufsverbänden und Gewerkschaften, wie Felicitas Schirow oder Amber Laine, verblüffend oft selber BordellbesitzerInnen sind, die jüngere, meist ausländische Frauen für sich arbeiten lassen. Auf ihren Blogs steht davon jedoch nichts. Sie geben sich als glückliche, selbstbestimmte SexarbeiterInnen aus – nicht als ZuhälterInnen. Mit dem Verkauf von Sex würden sie sich das Studium in London oder die Eigentumswohnung finanzieren. Auch von Menschenhandel hört man kaum etwas auf diesen Blogs. Wenn man im Netz das Thema Menschenhandel anspricht, wird die Problematik von diesen MultiplikatorInnen leger runtergespielt.

Tweet einer Sexworkerbloggerin: „In anderen Branchen werden sicher auch genug  Menschen ausgebeutet. Da wird nur seltener hingeguckt.“

Nur: In welcher anderer Branche ist der Stundenlohn so hoch wie in der Prostitution? In welcher anderen Branche können MenschenhändlerInnen so viel Geld verdienen wie in der Prostitution? Die UN Woman Organisation schätzt, dass jährlich 500.000 Menschenhandelsopfer in der EU ausgebeutet werden. Davon sind 90 % Frauen und Mädchen, die sexuell versklavt werden. Geschätzte 95 % aller Prostituierten in Österreich und Deutschland sind Migrantinnen. Die Grenze zwischen Freiwilligkeit und Menschenhandel verschwimmt.

prostituierte

Der Freier soll sich gut fühlen

Die Prostitutionsindustrie hat ein Ziel: Sexkauf soll harmlos, nett und gewöhnlich rüberkommen. Die Meinung soll sich breitmachen, dass Männer, die Sex kaufen, einem normalen männlichen Bedürfnis nachgehen. Je akzeptierter Sexkauf ist, desto mehr Männer probieren es aus und desto mehr bleiben hängen. Je akzeptierter Sexkauf in einem Land ist, desto höher ist der Prozentsatz der Männer, die bereits einmal Sex gekauft haben. In Spanien ist der Anteil der Männer viel höher als in England. In Schweden ist der Prozentsatz in den letzten 15 Jahren deutlich gesunken.

Die meisten Männer, die einmal bei einer Prostituierten waren, kehren nicht wieder, weil ihnen die Erfahrung nicht gefallen hat. Die die wiederkehren sind keine Gelegenheits-Kunden, sondern zeigen ein Abhängigkeitsverhalten. Deutschland ist ein sehr liberales Land, wenn es um Prostitution geht. Folgerichtig müsste laut BefürworterInnen der Prostitution die Stigmatisierung von SexarbeiterInnen in Deutschland niedriger sein und die Anzahl von steuerzahlenden, legal arbeitenden Prostituierten besonders hoch.

Tweet einer Sexarbeiterin: „Die meisten Sexworker zahlen schon jetzt Steuern, aber haben berechtigterweise Angst vor einem Outing.“

Die Zahlen sprechen aber für sich: In Deutschland gibt es geschätzte 300.000 Prostituierte. Von den 300.000 Frauen sind bundesweit aber nur 44 Prostituierte offiziell sozialversichert! Eine deutsche Studie analysierte fünf Jahre nach der Legalisierung, warum sich so wenige Frauen offiziell gemeldet hatten. Die meisten meinten, dass Prostitution für sie nur eine temporäre Lösung in einer finanziellen Notsituation wäre und sie auf jeden Fall wieder damit aufhören wollten. Außerdem hatten sie Angst, keine Freier mehr ablehnen zu können, wenn sie einen fixen Arbeitgeber hätten. Davon liest man in den Blogs der Sexverkäuferinnen nichts.

Big Business – aber für wen?

Frauenhandel ist für ZuhälterInnen und MenschenhändlerInnen ein sehr gut gehendes Geschäft, vor allem wenn Prostitution legal ist. Dadurch werden sie seltener kontrolliert und können frei agieren. Im Gegensatz zu einem Kilo Kokain kann man eine Frau immer wieder verkaufen. Das Risiko aufzufliegen ist sehr gering, weil kaum eine Frau gegen ihre ZuhälterInnen aussagt.

Aber auch die mangelhafte Gesetzgebung und Korruption machen es den MenschenhändlerInnen leicht davonzukommen. In Wien arbeiten ca 3.400 Frauen und 90 Männer offiziell als Prostituierte. Sie bewegen sich in einer gesetzlichen Grauzone. Die Polizei schätzt, dass noch einmal doppelt so viele Personen ungemeldet Sex verkaufen. Das lässt den Schluss zu, dass im Prostitutionsgewerbe allein in Wien zwischen 300 und 600 Millionen Euro im Jahr umgesetzt werden. Wer verdient dieses Geld? Die Prostituierten? Die ZuhälterInnen? Was sieht der Staat von dem Geld, was die Krankenkassen? Und wieviel von dem Geld fließt in die organisierte Kriminalität?

Sommerpraktikum im Puff?

Wenn man Prostitutierte als SexarbeiterInnen und Prostitution als Dienstleistung bezeichnet, dann freuen sich vor allem ZuhälterInnen und MenschenhändlerInnen darüber. Solche Ausdrücke wirken verharmlosend und verschleiern die wahren Machtverhältnisse in der Branche. Die meisten SexarbeiterInnen sind keine Edelprostituierten, sondern Frauen, die zwischen drei und fünfzehn Männer am Tag bedienen und oft im selben Bett schlafen, in dem sie arbeiten. Sie geben Geld an die ZuhälterInnen ab und schicken Geld an die Verwandten. Für sie bleibt kein Reichtum übrig. Wenn Prostitution eine normale Arbeit wäre, müsste es auch reguläre Arbeitsrechte für Prostituierte geben. Hört sich fein an, führt aber zu einigen Komplikationen: Das AMS würde beispielsweise Jobangebote von Bordells an Arbeitssuchende weitervermitteln. Frauen und Männer, die länger arbeitslos gemeldet sind, müßten sich also im Puff bewerben gehen – ist ja schließlich ein ganz normaler Job, oder?

Außerdem müssten Sexverkaufs-Ausbildungsplätze für junge Frauen und Männer geschaffen werden. SchülerInnen könnten Sommerpraktikas im Puff angeboten werden. Das hört sich schräg an, wäre aber nur konsequent. Wenn Sexverkauf ein normaler Beruf ist, mit geregelten Arbeitszeiten und Einkommen, steuerpflichtig, kranken- und arbeitslosenversichert, dann muss Prositution auch im Katalog des AMS Eingang finden und es braucht geregelte Lehrplätze für den Nachwuchs.

Wer aus humanitären Gründen die Liberalisierung von Prostitution wünscht, denkt meist nicht so weit. Eine Entstigmatisierung soll das Leben jener Menschen erleichtern, die bereits Sex verkaufen. Aber niemand denkt ernsthaft daran, dass die eigene Frau, Tochter oder Sohn anschaffen gehen könnten. Spätestens dort hört sich die Akzeptanz der meisten BefürworterInnen auf.

Prostituierte werden trotz allem als eine Gruppe von Menschen angesehen, die nicht mit „normalen“ Menschen vergleichbar sind. Einerseits will man daran glauben, dass Frauen freiwillig in diesen Beruf gehen und grundsätzlich glücklich sind, und andererseits denkt man, dass nur wenige Frauen diesen Job machen können und wollen. Allein das ist schon ein diskriminierender Blick auf Frauen die Sex verkaufen: Als wären sie in bürgerlichen Berufen nicht einsatzfähig, hätten aber eine Art psychosexuelle Intelligenz, die aus ihnen eine Art Doppelbett-SozialarbeiterInnen machen würde, die prädestiniert wären um sexuell bedürftigen Männern zu helfen. Der Job wird romantisiert und die Figur der Prostituierten überhöht und gleichzeitig diskriminiert.

Der Lohn einer SexverkäuferIn

Hört man manchen exponierten SexarbeiterInnen zu, entsteht der Eindruck, diese Arbeit sei weit verlockender als andere gesellschaftlich akzeptierte Jobs: Lieber eine halbe Stunde Sex mit einem Fremden haben, als einen Tag an der Supermarktkassa zu stehen – so der Tenor. Manche Edelprostituierte verdient tatsächlich schnelles Geld, was wiederum zur Tragik des Berufs gehört. Denn das „leicht verdiente Geld“ macht süchtig. Es hält Frauen in den Beruf, obwohl sie ihn eigentlich längst nicht mehr machen wollen. Aber noch tragischer ist: So schnell das Geld da ist, ist es auch weg. Den Freiern wird erzählt, dass sich die Frauen nur nebenbei verkaufen, bis sie ihr Studium oder ihre Ausbildung beendet haben. Solche Erklärungen sollen den Freiern das Gefühl geben, dass die Frau kein Opfer ist und außerdem eine „hochwertige“ Hure sei, was wiederrum den Selbstwert des Freiers steigert. Aber wieviele Prostituierte schließen wirklich jemals ein Studium ab?

Girls Going Wild in Red Light District – auch diese Kampagne ist umstritten, an eine Agentur in Auftrag gegeben um von stopptetraffic zu promoten. Die einen sagen: Diese Frauen werden wieder zur schaugestellt. Andere sagen: So ist der Aha-Effekt bei den Verharmolsern am höchsten

„Das Geld wird verbrannt. Aus dem Fenster geworfen. Schnelle Kompensationskäufe. Luxusjeans, Kosmetika und Nachtleben. Die eingekauften Sachen bringen wenig Freude,“ sagt Kajsa Wahlgren, die schwedische Kommissarin für Ermittlungen gegen Menschenhandel und Prostitution. „Wenn wir Freier festnehmen, bieten wir den SexverkäuferInnen immer Hilfe an. Im ersten Moment lehnen sie oft ab, weil sie behaupten, dass es ihnen gut geht, aber nach einigen Gesprächen öffnen sich die meisten und erzählen, wie ihr Alltag wirklich aussieht. Über die Beratungsstellen  wird zu den meisten Prostituierten über Jahre Kontakt gehalten und Stützen angeboten. Wir wissen daher auch gut Bescheid, wer sie sind und wie sie in der Prostitution gelandet sind. Die meisten haben ein Drogenproblem.“

Selbstbestimmte Sexualität ist Teil der Menschenrechtscharta

Wer Sex verkauft, verkauft nicht irgendeine Dienstleistung. Sex ist nicht dasselbe wie an einer Kassa sitzen oder eine Massage verabreichen. Sex ist nicht irgendein beliebiger Job, der nur deswegen so prekär ist, weil er gesellschaftlich stigmatisiert wird. Sexualität ist ein besonderer und sehr wichtiger Teilbereich unseres Lebens. Selbstbestimmte Sexualität ist nicht ohne Grund ein Menschenrecht. Sexualität ist stark verknüpft mit Themen wie Intimität, Liebe, persönlicher Identität und menschlicher Begegnung. Wer Sexualität verkauft, verkauft damit seine Intimität und eine Handlung, die wir freiwillig nur mit Menschen machen, die wir sexuell attraktiv finden oder gar lieben. Um herauszufinden, ob ein anderer Mensch freiwillig Lust auf einen hat, muss man Kontakt aufnehmen. Das nennt man umgangssprachlich „Flirten“.

Tweet eines Sexkaufbefürworters: „Wer nicht flirten kann wie ein Gockel, gehört ins Umerziehungslager?”

Zu einer Prostituierten zu gehen, heißt ich das Flirten ersparen. Ob die SexarbeiterIn Lust hat oder nicht, darauf braucht der Sexkäufer keine Rücksicht zu nehmen.

Wer beim Konsum von gekauftem Sex hängenbleibt, findet oft nicht zurück zu einem befriedigenden Sexleben mit gleichwertigen PartnerInnen. Die Beziehungsfähigkeit als Ganzes nimmt Schaden. Eine Prostituierte sagt selten „Nein“ zum Kunden. Für manche Männer kann es problematisch werden, sich einem möglichen „Nein“ auszusetzen, oder gesagt zu bekommen, dass der Sex nicht gut war. Sie verlernen, auf die Bedürfnisse des Gegenübers Rücksicht zu nehmen, und sie entziehen sich allen möglichen Beziehungsproblemen, die rund um den Sexakt entstehen können.

Rühr meine Hure nicht an!

In Frankreich stand das Sexkaufverbot letztes Jahr zur Debatte. Ca. 20 einflussreiche, teilweise berühmte Männer schlossen sich zusammen, um gegen das drohende Sexkaufverbot Stimmung zu machen. „343 Schweine fordern: Rühr meine Hure nicht an!“ nannten sie sich. Auch berühmte Männer waren darunter und 343 Mitglieder wollten sie werden. Warum gerade 343? Sie bezogen sich auf die 343 Frauen, die in den 70 er Jahren gegen das Abtreibungsverbot protestierten. Die bekannte Feministin Anne Zelensky schrieb daraufhin einen wütenden Artikel in der Le Monde: „Wir haben für die Selbstbestimmung der Frauen gekämpft. Diese Männer kämpfen für ihren egoistischen Wunsch, über den Körper eines anderen Menschens zu bestimmen.“

Aber auch junge Franzosen wollten sich nicht mit den Herren solidarisieren. Sebastien Chaillou hat die Protestgruppe „Junge gegen Prostitution“ mitbegründet. Viele hundert junge Männer und Frauen haben sich der Gruppe angeschlossen. „Wenn man den Körper einer Frau kauft, ist sie als Mensch nicht mehr wert als eine Konservendose. Viele junge Menschen sehen Prostitution heute nur mehr als Sklaverei an. Reaktionäre Männer sollen ihren Status und ihr Geld nicht verwenden dürfen, um weiterhin Frauen ausbeuten zu können.“ Das Sexkaufverbot wurde letzten Herbst in Frankreich tatsächlich durchgesetzt.

Konservative Kräfte und Prostitution

In Schweden wurde das Sexkaufverbot anfänglich sehr skeptisch bewertet. Vor allem konservative Kräfte waren gegen ein Verbot. Die Liberalisierung von Prostitution wird allgemein von konservativen Kräften befürwortet. Es werden patriachale Werte weitergetragen und die Stärken der Frau in überholten Rollen verankert. Die Hausfrau schaut auf die Familie und die Hure auf die sexuellen Bedürfnisse des Mannes. Manche setzen auch die Sexarbeiterin mit der Ehefrau gleich. Beide würden Sex für Geld machen. Die Ehefrau sichere sich damit ihren Unterhalt. Aber auch das ist ein veraltetes Rollenbild. Eine emanzipierte Frau erhält sich selbst, und kein moderner Mann will Sex haben, wenn seine Frau keine Lust dazu hat.

Heute gehört das Sexkaufverbot in Schweden zu einem der akzeptiertesten Gesetze des Landes. Prostituierte werden in Schweden nicht stärker stigmatisiert als in anderen Ländern. Dafür aber die Sexkäufer. Es wurden bereits mehrere Politiker, Richter und sogar Polizeichefs überführt. Die meisten verloren ihre Jobs und ihre Familien wollten danach nichts mehr von ihnen wissen.

Letzten Sommer wurde beispielweise ein Richter wegen Sexkauf verhaftet. Er zeigte öffentlich uneingeschränkte Reue und erntete dadurch ein gewisses Maß an Nachsicht in der Bevölkerung. Ein überführter Polizeichef hingegen beharrte darauf, nichts Schlimmes getan zu haben und, dass das Sexkaufverbot abgeschafft werden müsse. Er konnte damit keine Sympathien gewinnen. Zusätzlich zum Sexkauf wurde er später auch wegen Vergwaltigung angezeigt. Ein weiterer 62-jähriger Mann wurde vor ein paar Monaten überführt. Er hatte mindestens fünfzehnmal Sex von einer Frau gekauft, die ein ernstes Drogenproblem hatte und sich als 14-jährige zum ersten Mal verkauft hatte. Eine ganz normale Geschichte aus der Prostitutionsbranche. Jeder Freier geht das Risiko ein, eine solche oder ähnliche Notlage eines anderen Menschen auszunutzen.

Warum die Legalisierung von Prostitution nicht viel bringt

Wo Sexverkauf legalisiert wird, gibt es mehr Prostitution. Ob in Deutschland oder in Australien oder sonst wo. Plötzlich ploppen Bordelle an allen Ecken auf. Ob in Randbezirken oder gleich neben Schulen und Kindergärten. Doch nicht nur der legale Sexverkauf steigt, sondern auch der illegale. Die Idee, dass Menschenhandel und illegale Puffs zurückgehen würden, wenn man Prostitution legalisiert, ist nur scheinbar logisch. Durch die Legalisierung steigt die Akzeptanz von Prostitution und daher auch die Nachfrage.

Tweet einer Sexarbeiterin: „Kunden wollen selbstbestimmte Sexarbeiter als Partner für bessere Bedingungen in der Sexarbeit begreifen.”

Die meisten Freier wollen selbstbestimmte SexarbeiterInnen. Beziehungsweise haben sie nichts dagegen. Das heißt aber nicht, dass Freier bereit sind, für selbstbestimmte SexarbeiterInnen mehr zu zahlen. Für die meisten Sexkäufer gilt: „Geiz ist geil“. So lange die Prostituierte kein Schild mit der Aufschrift „Menschenhandelsopfer“ umhängen hat, greift er zum billigeren Angebot. Zusätzlich zum legalen Bordell gibt es immer auch illegale Bordelle, in denen Frauen unter Zwang arbeiten und wo die Preise gedumpt werden. Obwohl Prostitution in Wien geduldet wird, gibt es auch bei uns sehr viele illegale Puffs in Wohnungen.

Aber da Sexkauf nicht verboten ist, fallen sie nur den Anrainern übel auf. Verdreckte Stiegenhäuser, Schreiereien und Drogenutensilien. Wenn die Polizei kommt, werden keine Anzeigen erstattet. Frauen, die kurz zuvor hörbar körperlichen Attacken ausgesetzt waren, wollen aus Angst nicht mit der Polizei reden. Manche werden mitgenommen und wenig später abgeschoben. Den ZuhälterInnen passiert nichts, denn es gibt keine gesetzliche Handhabe, wenn sich die Frauen nicht aussagen trauen. In Schweden ist Sexkauf und somit auch Zuhälterei verboten und daher kann die Polizei von schnell tätig werden, wenn Verdacht besteht, dass in einer Privatwohnung ein illegales Bordell geführt wird.

Menschenhandel ist in Schweden seit dem Sexkaufverbot deutlich zurückgegangen. Ein paar hundert Frauen werden hier laut UN versklavt. In den Nachbarländern geht es um fünf- bis zehntausende. Nachdem MenschenhändlerInnen in Schweden nicht nur die Prostituierten beschaffen müssen, um Geld mit ihnen zu machen, sondern auch unter erschwerten Bedingungen an die Käufer kommen, ist das Geschäft nicht sonderlich lukrativ. Die ZuhälterInnen können die Käufer nicht in Bordellen oder auf der Straße anlocken, sondern müssen sie auf verschlüsselten Wegen an geheime Orte schleusen. Sie mieten sich daher vor allem in Privatwohnungen ein und veröffentlichen ihre Annoncen auf versteckten Seiten im Netz. Dort ist ihnen die Polizei immer auf den Fersen. Und auch die Nachbarschaft reagiert schnell skeptisch, wenn Männer im Stiegenhaus kommen und gehen. Das führt zur Notwendigkeit, pausenlos die Aufenthaltsorte und Internetseiten zu wechseln. Und das ist nicht gut fürs Geschäft.

Manchmal gehen MenschenhändlerInnen in Schweden sogar so weit, Häuser von Familien zu mieten, wenn diese auf Urlaub sind, und sie als temporäre Bordelle zu missbrauchen. Nach der Rückkehr der HausbewohnerInnen läuten noch wochenlang sporadisch Freier an die Tür. Das ist unangenehm für beide Seiten.

Kajsa Wahlgren hat über Telefonabhöraktionen Gespräche von ZuhälterInnen mitschneiden können, in denen sie sich beschweren, dass in Schweden mit Frauenhandel kein Geld zu verdienen ist. Laut Kajsa Wahlgren verdienen die meisten ZuhälterInnen nicht nur mit Frauenhandel ihr Geld, sondern auch mit Waffen- und Drogenschmuggel. Wer Menschenhandel nicht radikal zurückdrängt, holt sich auch andere Bereiche organisierter Kriminalität ins Land. In Amsterdam hat man daher begonnen, die Rotlicht-Viertel einzudämmen. Nicht nur die Anrainer leiden, auch die Touristen, die man damit anzieht, gehören nicht zur angenehmen Sorte. Frauen werden in solchen Vierteln allgemein öfter belästigt und die organisierte Kriminalität ist fast nicht mehr bewältigbar.

Prostituierte stehen einfach auf Sex, sagt Mann

Das wäre natürlich praktisch, aber Prostituierte verkaufen nicht Sex, weil sie Sex mögen, sondern weil sie das Geld brauchen. Dass sie den Sex genießen, reden sich viele Männer ein. Aber zusätzlich dazu, dass sie den Sex nicht genießen, zerstört Prostitution auch die eigene Sexualität. Wie sollen Menschen, die mehrmals die Woche, oft auch mehrmals am Tag mit Menschen Sex haben, mit denen sie unentgeltlich nie Sex haben würden, den eigenen Spaß am Sex aufrecht erhalten können? Sex wird zu einer beliebigen, bürokratischen Handlung, die nicht mehr genussvoll besetzt ist, sondern einzig und allein die sexuellen Vorstellungen des Käufers bedienen. Gleichzeitig wird der Sexverkauf zur eigenen Sexualität. Denn die eigene Sexualität ist ja immer die, die wir tatsächlich leben. Viele Frauen, die sich prostituieren, klinken sich deswegen während des Aktes aus. Schon Sekunden nach dem Sex können sie kein Detail davon wiedergeben. Die Erinnerung ist wie ausgelöscht. Sie spalten ihre Persönlichkeit auf und müssen später lernen, ihre Sexualität wieder mit ihrer Persönlichkeit zu vereinen. SexarbeiterInnen, die aussteigen und eine Liebesbeziehung mit jemanden eingehen wollen, brauchen lange, bis sie wieder zu ihrer authentischen Sexualität zurückfinden. Prostituierte sagen natürlich selten laut, dass sie keinen Spaß am Sex mit den Freiern haben. Das versteht sich zwar von selbst, schadet aber dem Geschäft. Es ist Teil des Business, so zu tun, als wäre Prostitution ein einziges Sexfest.

Den meisten Sexkäufern ist vollkommen bewusst, dass Prostituierte nur zum Schein stöhnen und lustvoll tun. Manche beschweren sich sogar danach in Foren, wenn sie „nicht gut gespielt“ hat. Sie wissen also sehr gut, dass die Frauen unter anderen Umständen keinen Sex mit ihnen haben würden. Andere reden sich ein, dass sie eigentlich freundschaftliche Beziehungen zu den Prostituierten pflegen. Das Geld sei nebensächlich. Ein kleines Taschengeld fürs Studium. Dieser Eindruck wird von den Prosituierten natürlich verstärkt, weil es die Geschäftsbeziehung fördert. Dass die Freier diese Erklärungen unhinterfragt annehmen, zeigt, wie wenig sie an der anderen Person interessiert sind.

Wie psychohygienisch wirkt Prostitution?

Wer Sexkauf verteidigt, beruft sich gerne auf die psychohygienische Wirkung von Prostitution. Häufiges Argument: Männer würden mehr Frauen vergewaltigen, wenn sie keinen Sex kaufen dürften. Das würde folgerichtig bedeuten, dass Männer zur Vergewaltigung neigen, wenn sie zu wenig Sex haben. Der zentrale Charakter von Vergewaltigung ist aber nicht sexuelle Notdurft sondern Gewalt. Vergewaltiger haben nicht weniger Sex als andere Männer. Sie vergewaltigen nicht, weil sie selten zum Orgasmus kommen, sondern weil sie einen psychischen Schaden haben, der in ihnen den Wunsch entstehen lässt, sexualisierte Macht über einen anderen Menschen haben zu wollen. Männer sind aber nicht von Natur aus Unmenschen.

Das zweite Argument betrifft Menschen mit Behinderung. Verteidigern von Prostitution liegt viel daran, dass Menschen mit Behinderung auch ein Sexleben haben sollen. Zumindest männliche Menschen mit Behinderung. Von Frauen mit Behinderung spricht niemand. Das Argument baut aber auf dem Vorurteil auf, behinderte Menschen hätten in der Regel keinen Sex. Das stimmt so nicht. Auch behinderte Menschen mit sexuellem Interesse finden im Rahmen des sozialen Spiels SexpartnerInnen. Man kann auch nicht behaupten, dass sich alle Menschen mit Behinderung Sex mit Prostitutierten wünschen. Gleichzeitig wollen viele Prostituierte keinen sexuellen Kontakt mit behinderten Menschen. Dieses Problem ist komplex und lässt sich nicht nur mit der Freigabe von Prostitution lösen.

In Malmö, im Süden von Schweden, wohnt Thomas K. (Name von der Redaktion geändert). Er ist nach einem schweren Autounfall geh- und sprachbehindert und kann sich nur mit einem Rollstuhl fortbewegen. Er wohnt alleine in einer kleinen Wohnung mit Aussicht auf die kleine Hafenstadt. Sein Geld verdient er im Netz. Wie genau, verrät er nicht. Da Sexkauf in Schweden verboten ist, fährt er regelmäßig rüber nach Kopenhagen. Aber auch in Dänemark wird seit einiger Zeit in Betracht gezogen, Sexkauf zu verbieten. Das wäre für Thomas K. keine Katastrophe. Dann müsse er eben nach Deutschland ausweichen, sagt er. Doch, ob seine Behinderung wirklich der Grund dafür ist, dass er regelmäßig Sex kauft? Auch vor seinem Unfall hatte er nie eine längere Beziehung und zog gekauften Sex anderen Formen vor. Vom Interview mit uns erhoffte er sich, dass man mehr Verständnis für die Situation von behinderten Menschen entwickelt, die Sex kaufen wollen – und außerdem würde er sich freuen, wenn österreichische Frauen sich bei ihm melden, um mit ihm Sex zu haben…

Prostitution und Menschenhandel – zwei paar Schuhe?

Es gibt unterschiedliche Ausformungen von Prostitution, aber das Grundkonzept ist immer dasselbe: Prostitution bedeutet, dass ein Mensch den Körper eines anderen Menschens kauft, um damit sexuelle Handlungen durchzuführen, die dieser Mensch nicht freiwillig mitmachen würde. Ein Mann (meistens ist es ein Mann) zwingt einer Frau (oder einem anderen Mann) seine Sexualität auf, ohne Rücksicht auf die Sexualität der anderen Person. Warum landen Frauen in der Prostitution? Geldprobleme und vor allem Schulden, Arbeitslosigkeit, Gewalt, Sprachprobleme und soziale Isolierung. Die UN hat außerdem analysiert, warum so viele rumänische Frauen nach Deutschland gehen und dort in der Prostitution landen. Abgesehen vom Wunsch, der Armut zu entkommen, weisen diese Frauen ein besonders niedriges Selbstvertrauen auf.

Fühlen sich Freier in einem Flat-Rate-Bordell wie Buben im Zuckerlgeschäft, wo sie sich nehmen können, was ihnen gefällt, bleibt für die Frauen die andere Seite der Medaille. Sie sind die Ware, die keinen freien Willen zeigen darf. 80 bis 85 % der Prostituierten machen Missbrauchs- und Gewalterfahrungen.

Mit der Kampagne REAL MEN DON’T BUY GIRLS versuchen Celebreties wie  Ashton Kutcher, Demi Moore, Drake, Justin Timberlake auf das Thema Child-Sex-Slavery und Sex Traffic aufmerksam zu machen und ernten auch einige kritische Stimmen.

Deswegen müssen vor allem junge Männer über Prostitution aufgeklärt werden. Am besten durch uns Eltern. Burschen, die über die Realität von Prostitution Bescheid wissen, werden keine Lust darauf haben, in ein Bordell zu gehen.

Prostitution wird nie entstigmatisiert werden. Nicht nur, weil die Gesellschaft keinen respektvollen Blick auf SexarbeiterInnen hat, sondern weil Freier keinen gleichberechtigten Umgang mit Prostituierten wollen. Sie zahlen dafür, die sexuellen Bedürfnisse des Gegenübers nicht respektieren zu müssen. Dieser Aspekt lässt sich nicht von der Sexarbeit ablösen. •
Patrice Fuchs

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12 Kommentare

  1. Graf von hohenberg on

    So ein Blödsinn das ganze sowas kommt von eifersüchtigen Frauen haha Prostitution wird es immer geben steck dir dein Verbot sonst wo hin.

  2. “Prostituierte werden in Schweden nicht stärker stigmatisiert als in anderen Ländern.” – das ist doch Polemik.

    Immerhin wandern viele nach Deutschland aus und in andere Länder. Die schwedische Gesellschaft und die gezielte Gesetzgebung, ihnen das Geschäft zu vermiesen, sorgen schon dafür vor, dass diese Frauen von ihrer Arbeit nicht leben können und in eine Armutsfalle geraten. Leider landen so die schwächsten der Gesellschaft tatsächlich am Abgrund, statt wie deutsche Prostituierte nebenbei ein Haus zu bauen.

    Vielleicht ist es einfach besser, sich in die Angelegenheiten von anderen erwachsenen Menschen nicht einzumischen, wenn man schon selbst mit einem Thema nichts zu tun hat.

    Die einzige Relevanz und Überschneidung mit dem Thema Familie ist, wenn verheiratete Männer fremd gehen. Und tatsächlich sämtliche Anzeigen bei der Polizei in Schweden kommen von eifersüchtigen Ehefrauen.

    Dann stellt sich familienpolitisch die Frage, ob nicht gerade die Prostitution eine Hilfestellung für eine Partnerschaft darstellen kann. Gerade im Alter oder bei Krankheit.

    Diese Abgedrehte Sicht, anderen schlechtes Gewissen einreden zu wollen, ist einfach nur penetrant. Da zwingt kein Mensch einen anderen zu irgendetwas. Sondern ein Mensch bietet ganz konkrete, für sich akzeptable Praktiken an, der andere nimmt sie gegen Geld in Anspruch. Es ist für die meisten Menschen schwer vorstellbar, wie leicht es anderen fallen kann, schamlos zu sein. Aber das ist nunmal so. Es gibt Frauen die so sind, das als ihr Talent sehen, und denen wünsche ich mit Sicherheit nicht gegen Hungerlohn am Fliessband Hühner zu rupfen.

    So, so. Behinderte seien also widerwärtig. Man müsse fur sie denken, ob und wie viel sie Sex haben wollen. Na danke.

    Ich denke, der allergrößte Gedankenfehler im Artikel oben ist immer noch der, Frauen seien Heilige und könnten, sorry, “mit jedem Furz” die Welt retten. Ich muss die Autorin berichtigen. Frauen können auch endlos grausam sein und gerade Behinderte sind häufig genug Opfer von Frauen. Es ist daher kein Wunder und ihr gutes Recht, wenn sie sich entscheiden zu einer Prostituierten hin zu gehen.

    Na dann, wünsche ich der Autorin herzlichst 92 Jahre ohne Sex und ohne Samenspenden, der männlichen Form der käuflichen Liebe.

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