The 99 – Die Superhelden des Islam!

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arbaischer Comic

Ja, auch Kids aus dem moslimischen Kulturkreis können ein paar He-Mens mit Superkräften gut gebrauchen – oder warum nicht gleich 99 davon? Die Zahl 99 kommt dabei aber nicht von ungefähr. 99 gute Eigenschaften hat nämlich, laut dem Koran, Allah himself.

Der Erschaffer von `The 99′, Naif Al Muawa, ist Psychologe, Schriftsteller, Historiker  und Entrepreneur. Er trägt Chinos, Hemd und runde Brillen. Er sieht in dem islaminspirierten Comic nicht nur eine einträgliche Geschäftsidee, sondern auch die Möglichkeit zur Verbesserung des interkulturellen Dialoges.

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Naif Al-Mutawa

Im mittleren Osten sind die 99 Helden schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich unterwegs. Seit kurzem aber dürfen sie auch mit Batman und Robin  ‘herumhängen’.  Naif Al-Mutawa hat sich mit dem amerikanischen Giganten DC Comics zusammen getan. Im Herbst letzten Jahres erschien der erste Comicband, in dem `The 99′ gemeinsam mit der `Justice League’ operieren. In der Justice League  kämpfen altbekannte Kaliber wie Wonder Woman, Batman und Superman.   Dieser ökumenische Schulterschluss stößt unter Amis nicht nur  auf Wohlgefallen. Dabei haben sich Batina, die Versteckte, eine Superfrau in Burka, und Batwoman sicher viel zu erzählen.

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Reflexionen auf alte Mythen und Archetypen

Die Figuren aus `The 99′ sind Reflexionen auf alte Mythen und Archetypen der moselmischen Kulturgeschichte. Ganz ähnlich wie die amerikanischen Superhelden auch. Die jüdisch-amerikanischen Erschaffer von Batman und Co holten sich ebenso Inspiration aus dem alten Testament. Superman kam zum Beispiel  in einer Kapsel auf unsere Welt gereist. Der Vergleich mit dem Schilfboot des  Moses  wurde wiederholt gezogen.

Der histoprische Grundstein der `The 99′ basiert auf der Bagdad-Invasion der Mongolen  im Jahr 1258. Die Stadt und auch die berühmte Bibliothek Bait Al-Hikma wurden damals  zerstört. Der Superheld Huras Al-Hikma, auch genannt `der Wächter der Weisheit’, konnte jedoch  alles Wissen aus der Bibliothek  auf 99 Edelsteine übertragen. Dieses Wissen  wurde viele Jahrhunderte  später in Form bestimmter Superkräfte  auf 99 Buben und Mädchen unterschiedlicher Nationen  übertragen. Die Superkräfte relatieren  mit den 99 guten Eigenschaften Allahs. Die Superhelden beten aber in der Serie nicht zu Allah und sie lesen auch nicht den Koran.

Superheld Saddam

Als Psychologe behandelte  Naif Al-Mutawa  viele Soldaten, die unter Saddam Hussein gefoltert worden waren. Damals erkannte er, wie  schmerzhaft es sein musste, mit einem `Superhelden’ wie Saddam  aufzuwachsen, der dich im Erwachsenenalter  foltert und verrät. Die Arbeit mit den Kriegsopfern brannte ihn aus. Er nahm sich ein Timeout,  begann Wirtschaft zu studieren und schrieb Kinderbücher. Zwei seiner Kinderbücher wurden in Kuwait verboten. Beinahe hätte er daraufhin das Schreiben gelassen, aber seine Schwester ermunterte ihn weiterzumachen.

Er kann nachvollziehen, dass in einem totalitärem System gewisse Buchtitel verboten werden, um die Menschen klein zu halten, konnte aber  nicht begreifen, dass in Kuwait George Orwells `Animalfarm’ verboten wurde, weil ein Schwein am Titelblatt zu sehen war. Dadurch würden neugierige junge Menschen solche Bücher auf Englisch lesen, ohne wirklich gut Englisch zu können.  Die arabische Sprache würde dadurch im intellektuellen Angebot mehr und mehr verwahrlosen.

Naif Al-Mutawa

Sommerlager USA

Als Kind fuhr Naid Al-Mutawa jedes Jahr auf Sommerlager  in die USA  um sein Englisch zu verbessern. Dort war er der einzige arbaische Junge. Die meisten anderen kamen aus jüdisch-amerikanischen Familien. Deren Version von der Shoah unterschied sich ganz wesentlich von jener, die er in der Schule in Kuwait gelernt hatte. Das habe ihm viel darüber gelehrt, wie unterschiedlich  historische Ereignisse, aber auch man selbst von verschiedenen Menschen wahrgenommen werde.

`Der Islam müsse sich selber retten.’Davon ist Mutawa überzeugt. Seit dem 11. September wachse eine ganze Generation junger Moslems mit einem negativ tradierten Bild des Islam auf. Die Militanten dürften den Islam nicht als deren Geisel nehmen. Es könne nicht immer nur darum gehen, was ein Moslem nicht dürfe und wie er nicht zu  sein habe. Naid Al-Mutaawa will die helle, großzügige Seite des Islam unterstreichen.

In diesem Monat läuft `The 99′  auf dem  amerikanischen Fernsehkanal `The Hub’  als Kinderserie an.   Der Sender erreicht immerhin 60 Millionen amerikanische Haushalte. The New York Post warnte sofort vor der islamischen Indoktrination amerikanischer Kinder.

In die amerikanischen Version von  `The 99′ wurde bisher über 30 Millionen Dollar investiert. Die profiliertesten amerikanischen Comicschreiber haben am Projekt mitgewirkt. Wenn die Kasse klingelt, werden wohl auch rechtskonservative amerikanische  Medien milde gestimmt.

Offizielle The 99 Seite

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3 Kommentare

  1. Und weils so schön ist: auch Batman hat bereits einen muslimischen Begleiter gefunden, denn ein neuer Batman-Assistent erzürnt die Rassisten und in den tea party blogs wird gemeult, was das Zeug hält.Es ist: NiGHTRUNNER, ein muslimischer Einwanderer aus Algerien.
    Armer Robin!

  2. Wirklich coole Geschichte. Hab schon von dem Comic gehört, aber hier gabs viel neue hintergrundsinfos dazu!

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